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Der Staatszirkus „Jantar“ macht neuer Synagoge Platz

06.01.2013

Die jüdischen Gemeinde Kaliningrads „Adat Israel“ will endlich ihr erstes eigenes Gotteshaus bauen – nach historischem Vorbild und an eben jener Stelle, an der einst die Neue Liberale Synagoge der reformierten jüdischen Gemeinde Königsbergs stand, erbaut 1896 nach einem Projekt der Berliner Architekturbüros Cremer & Wolffenstein, zerstört von den Nazis in der Pogromnacht am 9. November 1938. Die Baugenehmigung gibt es seit fünf Jahren, doch nach der Grundsteinlegung am 17. Oktober 2011 begannen die Zirkusleute, sich gegen die Räumung ihres langjährigen Standortes zu wehren, klagten beim Gebietsschiedsgericht und, nachdem ihre Klage abgewiesen wurde, bei der nächst höheren Distanz in St. Petersburg. Vermutlich mangels Aussicht auf Erfolg zog der Zirkus daher seine Klage im November zurück.

Das Projekt der jüdischen Gemeinde zeigt einen historisierenden Bau, dessen Fassade unter der zentralen Kuppel Stilelemente der Neogotik und Neorenaissance mit maurischen Formen verbindet, äußerlich fast eine Kopie der alten Königsberger Synagoge. Innen soll sie betont modern gestaltet werden und 2.000 Gläubigen Platz bieten, geplant sind außerdem ein Kindergarten und soziale Einrichtungen. Wann die Bauarbeiten beginnen, steht noch nicht fest.

(Russland Aktuell, 4. 1. 2013)

 
 
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