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BURGEN + SCHLÖSSER im Land des DEUTSCHEN RITTERORDENS
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289. Geburtstag von Immanuel Kant

22.04.2013

Der Großvater Kants war Sattler- und Riemermeister in Memel, der Urgroßvater Krugbesitzer in Werda bei Heydekrug. Dass Kants väterliche Vorfahren aus Schottland eingewandert sind, wie Kant meinte, ist inzwischen wohl widerlegt. Ziemlich sicher dagegen ist eine Abstammung von den Kuren.

Die Eltern Kants waren Pietisten, weshalb der Sohn 1732 - 1740 das pietistische Friedrichskollegium besuchte. Mit 16 Jahren bezog Kant die Albertina und studierte 1740 - 1746 Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie. Danach war er Hauslehrer bei verschiedenen ostpreußischen Familien, so bei Pfarrer Andersch in Judtschen (Kreis Gumbinnen), bei der adligen Familie Truchseß zu Waldburg in Rautenburg (Kreis Elchniederung) und in Groß Arnsdorf (Kreis Mohrungen) bei der Familie des Rittergutsbesitzers Bernard Friedrich von Hülsen.

Mit seiner Rückkehr nach Königsberg 1754 begann seine wissenschaftliche Karriere. 1755 erfolgte die Promotion zum Magister mit einer lateinisch geschriebenen Arbeit „Über das Feuer“. Nach seiner Habilitation im selben Jahr über das Thema „Eine neue Beleuchtung der ersten Prinzipien der metaphysischen Erkenntnis“ und der mündlichen Verteidigung seiner Arbeit 1755 erhielt er die Venia legendi und gab daraufhin als Privatdozent Vorlesungen in den Fächern Logik, Metaphysik, Moralphilosophie, Mathematik, Physik, Geographie (was er als Lehrfach einführte), später noch Anthropologie, Pädagogik, Naturrecht, Theologie, gelegentlich Festungsbau. Ab 1770 war er >ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik.

Nach 10 Jahren introvertierter, aber intensiver Studien erschienen von 1781 – 1790 die drei großen „Kritiken": Die Kritik der reinen Vernunft (1781), Die Kritik der praktischen Vernunft (1788) und die Kritik der Urteilskraft (1790). 1795 folgte die Abhandlung „Zum ewigen Frieden“. Die Bücher wurden nicht in Königsberg, sondern bei dem Buchhändler Johann Friedrich Hartknoch in Riga gedruckt.

1796 stellte Kant die Vorlesungen ein, 1801 zog er sich aus den akademischen Ämtern zurück. Er starb am 12. Februar 1804. Aber Königsberg galt für die nächsten fünfzig Jahre als der Inbegriff für realistische Reformpolitik aus dem kritischen Geist seines großen Philosophen.

Kant wurde beschrieben als elegant gekleideter Magister, als geistreicher Plauderer, der in allen Gesellschaftsschichten wohl gelitten war und der die Geselligkeit liebte und brauchte. Dabei war er kein Mitglied in einer der Königsberger Logen und pflegte wenig Umgang mit seinen Universitätskollegen. Dafür suchte er sich die Menschen aus, die er mochte und mit denen er seine Welt- und Menschenkenntnis erweitern konnte. Das waren die hohen Beamten der Provinz, Offiziere, Adlige, vor allem aber die großen Kaufleute, unter denen sich auch Engländer und Franzosen befanden.

Nach dem Tode Kants beschlossen seine Freunde noch im selben Jahr, jedes Jahr zu seinem Geburtstag am 22. April zu einem Erinnerungsmahl zusammen zu kommen. Daraus entwickelte sich die „Gesellschaft der Freunde Kants“ und das traditionelle Bohnenmahl.

Am 22. April wird im Königsberger Dom ein Film über Immanuel Kant uraufgeführt, teilte man im Pressedienst der Gebietsregierung mit. Er trägt den Titel "Immanuel Kant. Der Philosophenweg" und ist dem 289. Geburtstag von Kant gewidmet. Er wurde von einem künstlerischen Team aus Sankt-Petersburg gedreht.

(Andrey Konstantinow, Moskau, 22. 4. 2013)

 
 
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