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Zwei Schenkungen für die Dresdner Skulpturensammlung

25.11.2013

Das künstlerische Schaffen des Zeichners, Grafikers und Bildhauers Waldemar Grzimek (1918–1984) war für die Entwicklung der Kunst in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) von herausragender Bedeutung. Nach seiner Übersiedlung in den Westen 1961 trug sein Werk auch dort zur Ausbildung eines neuen Realismus in der Bildhauerei in den 1960er und 1970er Jahren bei.

Die Kabinettausstellung der Dresdner Skulpturensammlung vereint die beiden Figuren „Schwimmerin“ und „Kauernde“ mit fünf Werken aus dem eigenen Bestand. Sie zeigt die künstlerische Vielfalt sowie den virtuosen Umgang Grzimeks mit allen bildhauerischen Aufgabenstellungen. Ergänzt wird die Präsentation um zwei Zeichnungen des Künstlers aus dem Besitz des Kupferstich-Kabinetts.

1918 in Rastenburg/Ostpreußen geboren, hinterließ Grzimek in beiden Teilen Deutschlands ein umfangreiches Werk. So entstanden allein in den Jahren zwischen 1950 und 1961 über 120 plastische Arbeiten. Für seine Mitarbeit am Denkmal für die Gedenkstätte Buchenwald wurde ihm 1959 der Nationalpreis der DDR II. Klasse verliehen. Neben Denkmälern schuf der Künstler Aktfiguren und Porträts, die sich den Themen Jugend und Alter widmen. In Waldemar Grzimeks Werk sind neben Kleinplastiken auch lebensgroße und monumentale Figuren vertreten, die er aus Bronze, Stein, Gips, Zement oder Keramik schuf.

Sein enormer Einfluss auf die Bildhauerei der DDR resultierte vor allem aus seinem Bild vom Menschen, das von einem statuarischen Gleichgewicht geprägt war. So wirken seine Artisten, Sportler und Tänzer weder verklärt noch idealisiert, sondern betont realistisch und in sich ruhend. Beispiele aus dieser Phase seines Schaffens sind mit den Bronzeplastiken „Ruhender Tänzer“ (1957), „Sitzende Alte“ (1959) sowie der Porträtstatuette „Bertolt Brecht“ (1958) in der Kabinettausstellung im Albertinum vertreten. Mit Beginn der 1960er Jahre vollzieht sich ein stilistischer Wandel innerhalb seines Werkes, den die Arbeit „Am Meer“ (1972) veranschaulicht: Die Figuren geraten aus ihrem Gleichgewicht, sie werden dynamischer und das Befragen der menschlichen Bewegungsmöglichkeiten, das Ausloten von Stand- und Sitzmotiv sowie das Experimentieren mit Körperhaltungen rücken in den Vordergrund. Diese neue Tendenz deutet sich bereits in der weiblichen Aktfigur „Kauernde“ (1959) an.
Grzimek blieb zeit seines Lebens ein konsequenter Vertreter der figürlichen Bildhauerei und hatte damit auch im Westen Deutschlands Erfolg. So war er 1964 mit Arbeiten auf der documenta III in Kassel vertreten und erhielt kurz vor seinem Tod 1984 den Bremer Bildhauerpreis.

(http://www.wechselausstellungen.de , 24. 11. 2013 - Pressemitteilung)

 
 
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