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Leckere Wurstwaren aus dem Ermland

17.04.2015
Janusz Masłowski ist Pole, seine Familie lebte über Generationen hinweg in Warschau, wo er selbst 1962 zur Welt gekommen ist. In den Jahren 1969 – 1996 hat er in Allenstein gewohnt, in einem Haus in der Masurenstraße, das es nicht mehr gibt. Dann hat er u.a. in Frankfurt am Main, der Ukraine und den Westkarpaten gearbeitet. In dieser Zeit scheute er keine Arbeit - u.a. hat er Touristen durch Europa geführt, war Bauarbeiter und hat sogar bunte Glasfenster gefertigt, die eine der Allensteiner Kirchen schmücken. Niemals hat er aber den Kontakt zur Stadt und Region seiner Kindheit und Jugend verloren. Wohl deswegen, weil er seit 1973 Wandertourismus betreibt – Masuren und insbesondere Ermland hat er kreuz und quer durchwandert. Aus den direkten Begegnungen mit der Natur und den Einwohnern entstand eine rostfreie Liebe zur Heimat. Bis zur Mitte der achtziger Jahre hatte er auch die letzte Gelegenheit gehabt, Ermländer in ihrem natürlichen Umfeld zu treffen, bevor sie sich jenseits der Oder niederließen.

„Solch ein Ermland gibt es nicht mehr",erinnert sich Janusz Masłowski. "Damals pulsierte auf dem Lande das Leben, es war selbstgenügsam und hatte seinen einzigartigen Charakter. Manchmal hat man sogar in Nachbardörfern eine andere Art des Ermländischen gesprochen. Anders waren auch der Geschmack und Geruch, denn Hausfrauen haben alte, seit Generationen ausgearbeitete Rezepten in den Familien weitergegeben. Ich kann mich hervorragend daran erinnern, wie Brot, Butter und Fleisch schmeckten, mit denen man uns so gerne bewirtet hat!", verliert er sich in Träumereien. "Ich habe meinem Sohn davon erzählt, aber wie kann man Geschmack überliefern?”.

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden hat Janusz Masłowski vor zwei Jahren seine Pension im Gebirge aufgegeben und ist endgültig nach Ermland zurückgekehrt. Bei Null angefangen hat er in Jadden bei Allenstein eine winzige Metzgerei mit Räucherwaren gegründet, in der ausschließlich traditionelle Wurstwaren ohne künstliche Zusatzstoffe hergestellt werden. Mit dieser Leidenschaft hat er seinen Sohn Szymon angesteckt, der sein Studium abbrach, um mit dem Vater gemeinsam zu lernen und das traditionelle Handwerk zu vervollkommnen. Um die höchste Qualität zu erreichen und den alten, ermländischen Geschmack wiederherzustellen, mit dem er als Jugendlicher vertraut gemacht wurde, kostete er immer wieder und veränderte seine Rezepte. Angesichts zahlreicher Preise, die dieser Familienbetrieb in einem so geringen Zeitraum erhalten hat, waren die Kunden von Janusz Masłowski, die während der Stuttgarter Messe seine Waren gierig verzehrt haben, gar keine Überraschung. Und wann haben Sie zuletzt natürliche Wurst aus reinem Schinken gegessen?

Die Ermländische Metzgerei Masłowski hat 2012 das Recht erhalten, für die Mehrheit der Waren die Zeichen „Qualität. Tradition” und „Lokale Marke” zu führen sowie wurde Mitglied des europäischen Netzwerks „Kulinarisches Erbe. Ermland - Masuren - Weichselland”.

Das Angebot umfasst geräucherten Schinken, Käme und Speck sowie dünne und dicke Würste, darunter Pflaumen- und Wacholderwurst. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der geräucherte Schweinerücken mit Kräutern, mit dem die Metzgerei die „Diamantlorbeeren. Das Beste vom Besten" und während der Internationalen Messe Posen die goldene Medaille "Geschmack der Regionen" sowie neulich den Preis und Pokal des Marschalls der Woiwodschaft Ermland-Masuren verdient hat.

Gegenwärtig befindet sich der Sitz der Metzgerei unweit von Allenstein, in Alt Märtinsdorf bei Groß Purden. Als kleine, lokale Metzgerei darf sie ihre Waren lediglich auf dem Gebiet der Woiwodschaft Ermland-Masuren verkaufen. Fast eine Tonne Wurstwaren, die Janusz und Szymon Masłowski monatlich gemeinsam herstellen, kann die Nachfrage unter den Kunden nicht decken, die vor allem Fleischqualität und den besonderen Geschmack schätzen.In kommender Zeit hat man vor, das Angebot um reifende Rohwürste zu erweitern, die Produktion um ein Vielfaches zu steigern und den traditionellen Charakter ohne künstliche Zusatzstoffe zu behalten, damit soll der polnische und europäische Markt erschlossen werden.

Die Entwicklung der Metzgerei hängt jedoch davon ab,dass sich finanzielle Mittel finden, um die Räume anzupassen und auszustatten (u.a. mit Reife- und Kalträucherkammern). Alle nötigen Genehmigungen für die gegenwärtige und künftige Produktion sowie den Verkauf in alle Länder der EU wurden ihr bereits erteilt.

Um Mittel zu erwerben haben beide Metzger vor, das Programm „Leckere Waren aus dem Ermland” einzuführen und das Kapital der Firma auf folgende Weise zu erhöhen:

1) Einführung eines Jahresabos für Wurstwaren mit günstigeren Preisen, z. B. ein 3 kg schweres Fleischwarenpaket (Schweinerücken, Schinken, Wurst) kostet 50 € und wird per Post nach Hause geliefert. 2015 kostet das Abo von August bis Dezember 250 € (pränumerando zahlbar). Das Weihnachtspaket im Dezember beinhaltet 6 kg statt 3 kg Fleischwaren.

2) Erwerb von Gaben im Rahmen des immer beliebteren Crowdfundings (dt. "Schwarmfinanzierung"), einer neuen Form der sozialen Unterstützung wertvoller Ideen

Das Programm „Leckere Waren aus dem Ermland” erlaubt der Ermländischen Metzgerei Masłowski, sich zu entwickeln und die Träume zweier vom Ermland begeisterten, erfolgreichen Metzger zu verwirklichen. Die Gesellschafter dagegen können sich einen sicheren und hohen Gewinn aus den Anteilen sichern, die mit dem Eigentum der Firma voll gedeckt sind.

Darüber hinaus ist die Metzgerei für jede Art der Kooperation mit Privatpersonen und Unternehmen offen. Sie bietet u.a. die Zubereitung von Fleischwaren für Konferenzen, Bankette sowie Hochzeiten an und führt andere, vorher abgesprochene Aufträge aus.

Es ist hervorzuheben, dass die Ermländische Metzgerei Masłowski ausschließlich Fleisch von traditionellen Bauernhöfen kauft, wo die Schweine genauso gesund gehalten werden, wie sie später weiterverarbeitet werden.

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