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Gastgeber in Ostpreußen

Gumbinner zeigen Gumbinnen - Eine Reise in die alte Heimat
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Vor 300 Jahren starben viele Deutsche an der Pest

27.10.2015

Der schwarze Tod kam vermutlich aus Asien und wurde über die Handelswege in Europa verbreitet, wobei hauptsächlich der gemeine Floh die Krankheit übertrug. Durch den Biß des Flohs gelangte die Pest in das Lymphsystem des Opfers. Die Lymphknoten schwollen zu riesigen Beulen an und die Keime bahnten sich ihren Weg durch den Körper, verstopften Blutgefäße und ließen Finger und Zehen schwarz werden. Die Menschen verstanden nicht, was über sie hereinbrach, glaubten an eine Strafe Gottes und wähnten sich dem Weltuntergang nahe. (Tagesspiegel, 26. 10. 2015)

Zur Zeit König Friedrichs I. in Preußen brach in Ostpreußen 1709 – 1711 die Große Pest aus, die auf die Flöhe der Ratten zurückgeführt wurde, die im Nordischen Krieg Karls XII. den Soldaten nach Lemberg und Krakau folgten und die von dort durch den Handelsverkehr nach Ostpreußen eingeschleppt wurde. Diese Pandemie kostete 240.000 Landeskinder, 40 Prozent der Bevölkerung, das Leben - darunter 128.000 in den vier Ämtern Preußisch Litauens, 15.000 im Samland, 45.000 in den sechs Ämtern Masurens und 13.364 in der Hauptstadt Königsberg In dem kleinen Städtchen Lyck raffte sie 1.300 der 2.000 Einwohner dahin. Während im Amt Tilsit normalerweise jährlich um die 800 Personen starben, waren es im Jahr 1710 über 17.000 Einwohner. Im Amt Gumbinnen starben 80 % der Bevölkerung. Die Stadt Allenburg bei Wehlau zählte nach der Katastrophe nur noch 11 Einwohner. Im Dorf Samonienen bei Goldap überlebte niemand, im Dorf Kumilsko bei Johannesburg fanden an ein und demselben Tag Pfarrer Trentovius mit seiner Frau und allen 7 Kindern den Tod. Viele Bauernhöfe verwaisten, das Leben stand in Schockstarre still.

Der nachfolgende König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, stand vor dem Problem, die Bewirtschaftung dieses Landesteils wieder flott zu machen. Im Gegensatz zu Bischof Firmian von Salzburg, der seine protestantischen Untertanen verjagte, nahm der Preußenkönig die meisten fliehenden Salzburger und andere Glaubensflüchtlinge in sein Reich auf, gab ihnen Land und Baumaterial und stellte so die Weichen für neue Prosperität. Damit gab der Soldatenkönig der in Preußen bereits heimischen Toleranzidee neuen Schwung und diese wirkt bis in unsere eigenen, mit Asylproblemen gefüllten Tage immer noch nach.

 
 
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