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Gastgeber in Ostpreußen

Gumbinner zeigen Gumbinnen - Eine Reise in die alte Heimat
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Waldemar Grzimek

07.12.2015

Waldemar Grzimek (5. 12. 1918 – 26. 5. 1984) wurde als Sohn eines Juristen in der Kreisstadt Rastenburg geboren. Sein älterer Bruder Günther war ein bekannter Landschaftsarchitekt.

Seine Kindheit verlebte Waldemar in Königsberg und, bedingt durch die Tätigkeit des Vaters als Abgeordneter im Preußischen Landtag, ab 1925 in Berlin. Schon mit 15 Jahren gelangten seine Werke in eine Ausstellung und erregten allgemeine Aufmerksamkeit. 1937 nahm Grzimek ein Studium an der Berliner Hochschule für Bildende Künste bei Wilhelm Gerstel auf. Durch Vermittlung des mit ihm befreundeten Bildhauers Gerhard Marcks erhielt er 1946 eine Stelle als Leiter der Fachklasse für Angewandte Plastik an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale. Danach lehrte er von 1948 bis 1951 als Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste in (West)-Berlin, wo er offenbar entlassen wurde, weil er sich an Ausstellungen in der DDR beteiligte. Von 1956 bis 1961 wirkte er dann als Professor für bildende und angewandte Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Bis zur Berufung zum Professor an die Technische Universität Darmstadt im Jahr 1968 arbeitete er als freischaffender Künstler in Berlin und Friedrichshafen.

In der DDR fand sein Werk nicht ungeteilten Beifall. So wurde z. B. seine Plastik von Heinrich Heine 1958 nach endloser Debatte um Realismus und Formalismus nicht wie geplant am Platz vor dem Maxim-Gorki-Theater aufgestellt, sondern unangekündigt in den kleinen Volkspark am Weinberg im Prenzlauer Berg verbannt. In der Waldsiedlung des Politbüros in Wandlitz dagegen stellten die DDR-Gewalltigen u. a. auch sechs Skulpturen von Grzimek auf, die allerdings nach der Wende entweder gestohlen oder entfernt wurden. Auf dem Wittenbergplatz in Berlin befinden sich zwei Brunnen, die von ihm wegen seines frühen Todes nicht mehr ganz vollendet werden konnten, aber in seinem Sinne zu Ende gebracht wurden. Weitere Werke sind die Gruftplatte im Glockenturm der Gedenkstätte Buchenwald, für die er auch zwei der Reliefstelen schuf, die Dreifigurengruppe für das Mahnmal in Sachsenhausen, in der das Motiv der Grablegung Christi abgewandelt wird, aber auch die lebensvolle Gruppe zweier sehr verschiedenaltriger Geschwister oder der Torso »Aufgerichtet Stehende, II« (1973). .Sein plastischer Nachlass befindet sich seit 2005 im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen.

 
 
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