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BURGEN + SCHLÖSSER im Land des DEUTSCHEN RITTERORDENS
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James Hobrecht, Pionier der Stadtentwicklung

31.12.2015

In Memel wurde am 31. Dezember 1825 James Hobrecht als Sohn des Gutsbesitzers Ludolf Hobrecht geboren. Nachdem der Vater 1834 zum Königlichen Ökonomierat berufen worden war, zog die Familie nach Königsberg um und James ging dort auf dem Friedrichskolleg zur Schule. 1845 legte er die Feldmesserprüfung ab und begann 1847, in Berlin an der Bauakademie zu studieren und war bereits 1851 leitend am Bau des Packhofes in Königsberg beteiligt. 1858 legte er die Prüfung zum Baumeister für den Wasser-, Wege- und Eisenbahnbau ab und wurde umgehend zum Regierungsbaumeister ernannt.

Als solcher leitete er die Kommission, die den Bebauungsplan für die Umgebungen Berlins auszuarbeiten hatte und reiste in dieser Funktion in die maßgeblichen europäischen Städte wie Hamburg, Paris und London, die damals über den modernsten Stand der Stadtplanung verfügten. Im Ergebnis entstand der Hobrecht-Plan, der ein Konzept von Ring- und Ausfallstraßen für die Städte Berlin und Charlottenburg sowie umliegende Gemeinden vorsah, der 1862 in Kraft trat und bis heute Basis für die Berliner Bebauungs- und Verkehrsstruktur bildet.

Da Berlin ihn zunächst nicht weiter brauchte, ging er 1861 - 1869 als Baustadtrat nach Stettin, wo er ein Trinkwassernetz erbauen ließ und ein Abwassersystem konzipierte, das ab 1870 realisiert wurde.

Danach wieder in Berlin, wurde Hobrecht zum Chefingenieur der Kanalisation berufen und sollte die Stadtentwässerung modernisieren. Er legte ein Konzept vor, dass eine Schwemmkanalisation in zwölf Radialsystemen vorsah. In diesen unabhängigen Teilnetzen wird das Abwasser zusammengeführt und mit Dampfkraft an die Peripherie der Stadt gepumpt. Dort wird es auf sogenannten Rieselfeldern verteilt, die gleichzeitig landwirtschaftlich genutzt werden. Diese von 1873 bis 1893 fertig gestellten Radialsysteme machten Berlin damals zur Stadt mit der modernsten Entwässerung und zur saubersten Stadt der Welt. Sein System wurde von Potsdam und von 30 weiteren deutschen Städten übernommen und die Hauptstädte Moskau, Tokio und Kairo ließen sich von ihm inspirieren.

1884 ernannte ihn Berlin zum Stadtbaurat. Zwölf Jahre lang bis zu seiner Pensionierung war er somit für den Berliner Straßen- und Brückenbau zuständig, ließ Plätze anlegen und brachte die Spree-Regulierung zum Abschluss, indem er die Spreemauern zwischen Oberbaum- und Unterbaumbrücke bauen ließ. Er gilt aber auch als der Schöpfer der öffentlichen Berliner Bedürfnisanstalten Er starb am 8. September 1902.

James Hobrecht erhielt im Laufe seines Lebens viele Auszeichnungen und Ehrungen. In Berlin erinnern die Hobrechtbrücke über den Landwehrkanal, die Hobrechtstraße in Neukölln und die James-Hobrecht-Straße in Prenzlauer Berg an ihn. Zudem wurde das Berliner Stadtgut Hobrechtsfelde nach ihm benannt.

 
 
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