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Vor fünf Jahren starb Bischof Helmut Frenz

13.09.2016

Helmut Frenz (4. 2. 1933 - 13. 9. 2011) wurde in Allenstein geboren. Nach dem Theologiestudium war er zunächst Gemeindepfarrer auf Fehmarn, bevor er 1965 von der EKD nach Chile geschickt wurde, um dort als Propst und. Seelsorger tätig zu sein. 1970 wure er zum Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche von Chile ernannt. Er erlebte 1973 den Militärputsch unter General Pinochet und die damit einhergehenden Gewalttaten an dem kritischen Teil der Bevölkerung. Gemeinsam mit den anderen evangelischen Kirchen und mit der katholischen Kirche engagierte er sich für den Schutz der Verfolgten. Damit machte er sich bei den Militärs nicht beliebt. Als er sich 1975 gerade in Genf aufhielt, verweigerte ihm das Regime von Augusto Pinochet die Wiedereinreise nach Chile. Eine Folge davon war, dass sich die evangelische Kirche in Chile in Regimegegner und -befürworter spaltete, wobei die Befürworter die Mehrheit einschlossen.

Seine durch den Widerstand gewachsene Popularität führte dazu, dass er 1976 zum Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International ernannt wurde. Zehn Jahre lang leitete der diese Organisation In dieser Zeit erinnerte er nachdrücklich auch die Kirchen an ihre Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte.

Ab 1987 bis zu seinem Tod war Frenz Vorstandsmitglied der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. 1988 wurde er Gemeindepastor in Norderstedt (bei Hamburg) und 1994 Flüchtlingsbeauftragter der nordelbischen Kirche. Ab 1999 wirkte er für sechs Jahre als Ausländerbeauftragter der schleswig-holsteinischen Landesregierung in Kiel. Er starb vor 5 Jahren.

Helmut Frenz - Jes 50,5 …und ich weiche nicht zurück. Chile zwischen Allende und Pinochet. Ein Pfarrer und Menschenrechtler erinnert sich. Verlag des Gustav Adolf-Werkes e.V., ISBN 978-3-87593-109-9

 
 
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