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Die Kirche von Plaschken im Memelland soll abgerissen werden

07.06.2016

Sehr geehrter Herr Bischof,

mit großer Traurigkeit habe ich gehört, daß Sie die Kirche in Plaskiai abreißen lassen wollen. Bitte überdenken Sie dies. Auch wenn Plaskiai heute nur noch ein kleines Dorf, abseits der Landstraße ist, stammt die Kirche aus einer Zeit, in der Plaskiai ein bedeutendes Dorf war.

Die Kirche hat noch heute eine Substanz, die gerettet werden kann. Der Schaden ist noch nicht zu groß geworden, auch wenn das Turmdach fehlt.

Ferner wurde der Kellereingang durch russische Soldaten verschlossen. Keiner weiß, was sich dort unten befindet.

Ich bitte Sie, einen Abriß zu verhindern. Soweit ich im Internet erfahren konnte, gibt es noch ausreichend EU-Gelder für Litauen, die zu einer Sanierung verwendet werden können.

Auch wenn heutzutage eine 100 %ige Nutzung als evang.-luth. Gotteshaus eher unwahrscheinlich ist, kann das stolze Kirchengbäude, daß mittlerweile über 100 Jahre alt ist, den Charakter der Landschaft bereichern. Die Kirche kann auch an die r.k. Gemeinde verpachtet werden, um dort ihre Gottesdienste zu feiern. Ein evang. Gottesdienst ist sicherlich weiterhin möglich, so daß die Kirche beiden Konfessionen zur Verfügung stünde.

Eine Nutzung kann auch in anderer sinnvoller Form dem Dorf Plaskiai eine neue Perspektive geben. So kann z.B. in ein kirchliches Museum für die Wolfskinder und deren litauischen Pflegeeltern eingerichtet werden. Insbesondere, weil:

  • Für Litauen kann dies von geschichtlichem Interesse sein, da dies im christlichen Sinne einen Blick auf diese Zeit wirft, als mildtätige Litauer sich der Wolfskinder annahmen, ein Zeichen christlicher Nächstenliebe.
  • Gerade die Nähe zum Fluß Memel ist von besonderem Wert, da gerade die Memel ein besonderes Hindernis für die Wolfskinder war.
  • Noch heute hängt dort die Attrappe der Kanzel von 2013 aus den Dreharbeiten zum Film Wolfskinder.
  • Bis heute leben diese Wolfskinder als Erwachsene in Litauen.
  • Das Gebäude kann auch für andere religiöse Ausstellungen des Bistums oder Veranstaltungen (z.B. Konzerte) und als dezentrales Ausbildungskollegium der Evang.-Luth. Kirche in Litauen benutzt werden.

Außerhalb einer kirchlichen Nutzung könnte das Gebäude als Zweigstelle der Universität Klaipeda genutzt werden, um dort Ausstellungen, Exkursionen und Lehrveranstaltungen in einer außergewöhnlichen Umgebung vorzunehmen.

Auch könnte sich ein landwirtschaftliches Institut dort etablieren, z.B. für die Ausbildung und Schulung junger Landwirte und Gärtner in neuen lohnenden Entwicklungen der schwierigen Branche.

Den Einwohnern des Dorfs könnte dies nutzen, in dem wieder mehr Leben ins Dorf kommt und von den Einwohnern ein kleines Restaurant und Fremdenzimmer angeboten werden können.

Dies waren nur einige Ideen für eine zukünftige Nutzung, aber ich glaube fest daran, daß eine gute und sinnvolle Lösung gefunden werden kann.

Abschließend hoffe ich, daß Sie sich für eine der o.g. Möglichkeiten entscheiden und möchte ich Sie erneut bitten und hoffe inniglich, daß Sie diese schöne und besonders gelegene Kirche nicht zerstören, sondern der Nachwelt erhalten! Eine Sanierung kann auch in vereinfachter Form erfolgen. So kann z.B. anstelle des ehemaligen Spitzdaches auf dem Turm auch ein einfaches Pultdach eingebaut werden, daß je nach Nutzung des Gebäudes auch als Aussichtsplattform, mit weitem Blick in das Memel-Ruß-Delta sehr schön sein kann.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann

 
 
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