Deutsch Polnisch Russisch 
 

Gastgeber in Ostpreußen

Die besten Reiseberichte, Reisetipps und Reiseangebote weltweit
Details anzeigen
Link ber Facebook senden
Seite twittern

Hier finden Sie alle Beiträge im Blog, geordnet nach Kategorien

 

Backsteinarchitektur im Ostseeraum – Neue Perspektiven der Forschung

10.06.2016

Ostpreußens Berühmtheit fußt neben seiner einzigartigen Landschaft wesentlich auch auf der einzigartigen Architektur seiner Burgen und Kirchbauten, die der Deutsche Orden im Zuge seiner Eroberung und Besiedlung der Region ab dem 13. Jahrhundert errichten ließ. Die Marienburg als Sitz des Hochmeisters ist das sicher beeindruckendste Beispiel.

Zeugnisse sakraler und profaner Backsteinarchitektur prägen bis heute die Landschaften der südlichen Ostsee in besonderem Maße – von Lübeck und Lüneburg über die mecklenburgische, pommersche, west- und ostpreußische Küste und deren Hinterland bis weit hinauf ins Baltikum –, also von Deutschland über Polen bis nach Litauen und Lettland, zudem nach Dänemark und Südschweden.

Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtete man in der Region, in der es außer dem groben Feldstein kaum geeigneten Naturstein gab, monumentale Bauten aus rot bis gelb gebranntem Kunststein und perfektionierte diese Technik bei der Errichtung künstlerisch ambitionierter Kathedralen, Kloster-, Stifts- und Pfarrkirchen, aber auch repräsentativer Burgen, Rathäuser und Bürgerhäuser.

Ihre rasche Verbreitung und Dominanz in den nord- und ostdeutschen Küstenstädten verdankt die Backsteinarchitektur vor allem den engen Beziehungen im Verbund der Hanse. Man schuf damit eine Tradition, die bis ins 19. und 20. Jahrhundert fortdauerte und immer noch nachwirkt.

Die Backsteinlandschaft des südlichen Ostseeraums als hochrangige europäische Kulturlandschaft ist dabei heute keineswegs allein touristischer Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt, vielmehr auch wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Identität der Bewohner. Spätestens seit der Wende von 1989/90 macht ihre wissenschaftliche Erforschung so auch nicht mehr an den neuzeitlichen nationalen Grenzen halt, sondern erweist sich als ein intensives völkerverbindendes Bemühen von Kunsthistorikern, Bauforschern und Historikern.

Die Tafel-Ausstellung, ein Projekt der Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen, bietet anhand von Überblicken und ausgewählten Beispielen einen Einblick in die aktuelle internationale Forschung, zeigt zudem Aspekte des heutigen Umgangs mit den ebenso historisch wertvollen wie ästhetisch ansprechenden mittelalterlichen Backsteinbauten des Ostseeraums auf. Sie wird an ausgewählten Orten in Deutschland und parallel in einer polnischsprachigen Version unter dem Titel „Architektura ceglana na pobrżezu Bałtyku - Nowe perspektywy badań“ in Polen präsentiert.

11. Juni bis 28. August 2016
Öffnungszeiten: Täglich außer Montag 12-17 Uhr, Eintritt: 3,- / 2,- Euro

Zur Ausstellung sind ein Begleitkatalog und eine Broschüre erschienen:
Katalog: Backsteinarchitektur im Ostseeraum. Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0184-6; 224 S., farbige Abb., € 24,95
Broschüre: Backsteinarchitektur im Ostseeraum. Bonn 2015, ISBN 978-3-88557-233-6; 72 S., farbige Abb., € 4,80

Eröffnung und Begleitprogramm:

Ausstellungseröffnung am Fr 10. Juni 2016, 19 Uhr, Eintritt frei!
Begrüßung: Dr. Joachim Mähnert, Direktor des Ostpreußischen Landesmuseums
Einführung: Dr. Ernst Gierlich, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und Mitkurator der Ausstellung
Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir um Anmeldung bis 8.6. unter Tel. 04131 759950 oder Email: info@ol-lg.de

Vortrag Mi 29. Juni 2016, 19 Uhr, Eintritt 5,- €:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Udo Arnold: Staatsaufbau und Bauboom im Deutschordensland Preußen
Der führende Experte auf dem Gebiet des Deutschen Ordens skizziert die Bauentwicklung in den verschiedenen Phasen der der Eroberung und seine Konsolidierung und der damit einhergehenden Erschließung eines Raumes, der zuvor im eigentlichen Preußen noch keinen Steinbau kannte. Es entstand eine Architekturlandschaft von europäisch überragender Bedeutung.

Vortrag Mi 3. August 2016, 19 Uhr, Eintritt 5,- €:
Prof. Dr. Edgar Ring: Domus lapidea. Bauen mit Backstein in Lüneburg
Der Stadtarchäologe und exzellente Kenner der mittelalterlichen Architektur Lüneburgs verspricht einen profunden Überblick über die traditionsreiche Hanse- und Salzstadt.

Sommerferienaktion für Kinder von 8 bis 12 Jahren:
Mo 27. Juni bis Fr 1. Juli, täglich 13.30 bis 16.30 Uhr: Fotoworkshop „Mittelalterliches Bauen“
Mit der Fotokamera gehen wir auf die Suche nach mitt elalterlichen Spuren in Lüneburg. Die Ergebnisse zeigen wir in einer Ausstellung.
Kosten: 50,- € (mit HanseCard 50% ermäßigt). Anmeldung unter Tel. 04131-759950 oder Email: info@ol-lg.de

Sommerakademie für Jugendliche und Erwachsene:
Mo 25. bis Fr 29. Juli 2016, täglich 13.30 bis 16.30 Uhr: Die Kunst der Zeichnung – von der Skizze zum Entwurf

Als Inspirationsquelle werden bedeutende „Architektur-Objekte“ norddeutscher Backsteingotik in Lüneburg ausgewählt. Die Künstlerin Elena Steinke wird Sie dabei professionell begleiten, beraten und anleiten.
Kosten: 150,- € (zzgl. 20,- € Materialkosten) für eine Woche (Anfänger und Fortgeschrittene). Anmeldung unter Tel. 04131-759950 oder Email: info@ol-lg.de, für max. 10 Teilnehmende

Das Ostpreußische Landesmuseum wird zurzeit umgebaut und modernisiert. Das neue Eingangsfoyer ist von der Heiligengeiststraße 38 zu betreten. Derzeit ist nur jeweils eine Sonderausstellung zu besuchen. Die Dauerausstellung ist derzeit geschlossen, wird aber – erstmals mit Deutschbaltischer Abteilung - nach den Umbaumaßnahmen voraussichtlich 2017 wiedereröffnet. Mit der Ostpreußischen Kulturstiftung als Trägerin wird das Landesmuseum institutionell durch die Bundesrepublik Deutschland auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und das Land Niedersachsen gefördert.

Bitte beachten Sie die reduzierten Öffnungszeiten und Eintrittspreise während der Umbauzeit.

Verkehrsverbindungen:

In fußläufiger Entfernung vom Lüneburger Bahnhof. Dort fahren auch Buslinien (in Richtung Am Sande). PKW-Fahrer parken am besten auf den Parkplätzen „Stadtmitte“ oder „Theater“.
Nähere Informationen im Internet unter www.ostpreussisches-landesmuseum.de oder telefonisch unter 04131 / 75 99 50.

Quelle: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg, 1.6.2016

 
 
©2005 - 2011 www.ostpreussen.net, powered by dev4u®-CMS