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Ermland in Ostpreußen

24.07.2016

Das Ermland reichte im Norden bis an den Pregel, im Süden bis zum Omulef-Fluß und vom Frischen Haff bis an die Litauische Grenze. Ein Drittel der Diözese wurde landesherrliches Gebiet, von dem wiederum ein Drittel dem Domkapitel in Frauenburg zum Bestreiten der Lebenshaltung zur Verfügung stand, während der Bischof zwei Drittel als weltliches Territorium,zugesprochen bekam.

Im Gegensatz zu den anderen Bistümern war das Ermland nicht inkorporiert, das heißt, der Bischof und die Domherren sollten nicht Ordensbrüder sein. Kaiser Karl IV. erkannte den Bischof als Souverän an und legte damit die Basis dafür, dass das Ermland als Fürstbistum ein eigenständiges Land wurde, über das unabhängig vom Orden verfügt werden konnte. Und so kam es. Als der Orden nach dem Städtekrieg in die Knie gezwungen worden war, musste er u. a das Ermland an den König von Polen abgeben. Mit der ersten polnischen Teilung kam das Ermland zum Königreich Preußen, das die Nachfolge des Ordens und des Herzogtums Preußen angetreten hatte.

Als der letzte Hochmeister das Ordensland in das Herzogtum Preußen verwandelte und die Reformation einführte, blieb das polnische Ermland katholisch und bildete sich zum regionalen Zentrum der Gegenreformation aus. Aus dieser Zeit stammen die vielen prächtigen Kirchen und Klöster, die vielfach durch barocken Überschwang gekennzeichnet sind wie z. B. die Kirche in Heiligelinde, die eigentlich schon im evanglischen Masuren entstand, aber auf das Ermland ausgerichtet war, sowie das Kollegiatsstift in Guttstadt und das Kloster in Springborn.

Der Orden hatte sich verpflichtet, das Ermland nach außen gegen Feinde zu sichern und zu beschützen. Da das Ermland die Landesverteidigung dem Orden überließ, hatte es wenig Interesse daran, Rittergüter gegen die Verpflichtung zum Militärdienst zu vergeben. Stattdessen förderte es die Besiedlung durch Bauern, denen man Scharwerksdienste und Zinsen abverlangen konnte. Deshalb gab es relativ wenig Großgrundbesitz, dafür aber um so mehr Bauerndörfer.

Der letzte Fürstbischof, Ignatius Krasicki, war mit Friedrich II. befreundet, was dazu führte, dass er die katholische Hedwigskathedrale in Berlin einweihte. Das hinderte den König aber überhaupt nicht daran, das Ermland bei der Teilung Polens für Preußen zu reklamieren. Der Bischof, der selbst vom Verlust seines Landes überrascht wurde, protestierte beim Papst, fand aber kein Gehör und die eigenständige Existenz des Fürstbistums Ermlands war damit für immer beendet. Doch das Ermland lebte im Bewusstsein der Menschen fort und hat auch heute noch als „Warmia“ seinen Platz in Polen.

 
 
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