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Erinnerung an den Politiker und Oberbürgermeister Max von Forckenbeck

23.10.2016

Max von Forckenbeck (23. 10. 1821 - 26. 5. 1892), Sohn einer münsterländischen Familie, studierte Jura in Gießen und Berlin und begann seine Berufslaufbahn zunächst als Referendar, ab 1847 als Assessor am Stadtgericht Glogau. Als Präsident des liberalen Glogauer Konstitutionellen Vereins erhielt er 1849 die Zulassung als Rechtsanwalt in Mohrungen und wirkte dort gleichzeitig als Stadtverordneter und Vertreter der Stadt im Kreistag. 1859 kam er als Mitglied der liberalen Fraktion in das Preußische Abgeordnetenhaus, wo er 1861 die Deutsche Fortschrittspartei gründete. Während des preußischen Verfassungskonflikts hielt er sich bei der Konfrontation mit Bismarck sehr zurück und wurde aufgrund seines ausgleichenden Wesens von 1866 bis 1873 zum Präsidenten des Preußischen Abgeordnetenhauses und von 1874 bis 1879 zum Reichstagspräsidenten gewählt. Parallel dazu wählte man ihn 1872 zum Oberbürgermeister von Breslau und 1878 zum Oberbürgermeister von Berlin, wo er sich intensiv um die Kanalisation und die Wasserversorgung kümmerte, das Verkehrsnetz ausbaute und die hygienischen Verhältnisse der Stadt verbesserte.

Zu Beginn der Kaiserzeit nahm er im Kreis Elbing tatkräftig Anteil an der Entwicklung des Badelebens auf der Frischen Nehrung. Er gründete 1871 zusammen mit dem Großindustriellen Ferdinand Schichau die “Seebad Kahlberg Aktiengesellschaft”. Es wurden Molen gebaut, eine Seewasser- und eine Warmbadeanstalt sowie Hotels errichtet und Tennisplätze angelegt. In der weiteren Entwicklung entstand das bekannte Bad an der Ostsee, das man bald als “Märchenland zwischen zwei Meeren” bezeichnete und das auch heute noch ein sehr beliebtes Ferienziel für Polen und Deutsche ist – siehe hier

 
 
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