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Erinnerung an den ostpreußischen Physiker Wilhelm Wien

13.01.2017

Wilhelm Wien (13. 1. 1864 - 30. 8. 1928) kam auf dem Rittergut Gaffken, nördlich von Fischhausen, als Sohn des Rittergutsbesitzers Carl Wien zur Welt. Die Familie zog 1866 auf das Gut Drachenstein, Kreis Rastenburg. Auf dem Gymnasium in Rastenburg musste Wilhelm 1879 die Schule wegen schlechter Leistungen verlassen, wie es begabten Schülern öfter mal passiert. Deshalb erhielt er Privatunterricht und legte das Abitur in Königsberg auf dem Altstädtischen Gymnasium ab. Ab 1882 studierte Wien in Göttingen und Berlin und arbeitete im Laboratorium von Hermann von Helmholtz. 1886 provmovierte er mit dem Thema "Über die Beugung des Lichtes an photographisch verkleinerten Gittern". 1889 bis 1896 war er Assistent von Hermann von Helmholtz in Berlin, der 1849 - 1855 an der Albertina in Königsberg gelehrt hatte. 1892 habilitierte er sich an der Humboldtuniversität. Nach Stationen als Privatdozente und Professor für Physik in Aachen und Gießen trat er 1900 die nachfolge von Wilhelm Conrad Röntgen an der Universität Würzburg an. Röntgen war ab diesem Zeitpunkt an die Universität München gewechselt Nachdem dieserr 1920 emeritierte, wurde Wilhelm Wien erneut sein Nachfolger in München als Professor für Physik.

Ab 1893/94 entwickelte Wilhelm Wien das „Wiensche Verschiebungsgesetz“ und 1896 das „Wiensche Strahlungsgesetz“. Das Wiensche Verschiebungsgesetz beschreibt die Veränderung der Wellenlänge in Abhängigkeit von der Temperaturveränderung. Damit wurde es möglich, Temperaturen berührungslos zu messen, wie man es heute mit den Infrarotkameras macht. 1911 erhielt er den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung der Gesetze der Wärmestrahlung.

Wilhelm Wien beteiligte sich nach 1888 als Physiker an der Lösung der technisch-ökonomischen Frage, ob Gas- oder elektrische Beleuchtung günstiger wäre. Dazu war die Klärung über den Charakter der Strahlung erforderlich. Um dies zu definieren, wurde als besondere Strahlungsquelle der "Schwarze Körper" gebaut, mit Hilfe dessen man bei verschiedenen Temperaturen die Intensität bei verschiedenen Wellenlängen der Strahlung messen konnte. Wien konnte einen mathematischen Ausdruck für die Abhängigkeit der Strahlung von der Temperatur angeben, die große Teile der gemessenen Werte richtig wiedergab. Vier Jahre später entwickelte Maxs Planck eine Strahlungsformel, die alle Teile der gemessenen Werte auf der Grundlage der Quantentheorie genau deckte

 
 
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