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Vor 40 Jahren starb der Westpreuße Max Reimann

19.01.2017

Max Reimann (31. 10. 1898 – 18. 1. 1977) kam in Elbing als Sohn eines Metallarbeiters zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er als Nieter auf einer Werft. Bereits vor dem Krieg trat er dem Deutschen Metallarbeiterverband und der Sozialistischen Arbeiterjugend bei, 1916 auch dem Spartakusbund. 1919 wurde er Mitglied der neu gegründeten KPD und nahm umgehend in Elbing an Kämpfen gegen ein Freikorps teil, was ihm ein Jahr Festungshaft in Königsberg einbrachte. 1920 wechselte er als Bergarbeiter nach Ahlen, wurde ehrenamtlicher Politischer Leiter der KPD an seinem neuen Wohnort und ab 1921 hauptamtlicher KPD-Funktionär. 1923 nahm er an den Kämpfen gegen die französische Ruhrbesetzung teil, stieg auf zum Parteisekretär und trat als Arbeiterführer im Ruhrgebiet in Erscheinung. 1933 arbeitete er zunächst illegal als politischer Leiter der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO), der er seit Jahren verbunden war, und avancierte 1934 zum Reichsleiter dieser Organisation. Danach wurde er Mitarbeiter des Westeuropa-Sekretariats der Gewerkschaft in Paris, beteiligte sich am Wahlkampf im französisch besetzten Saarland, nahm auch an einem Kongress der Kommunistischen Internationale in Moskau teil. 1939 arbeitete er im KPD-Auslandssekretariat in Prag und wirkte von hier aus illegal für die Partei in Deutschland. Mit dem Einmarsch der Nazis in die Tschechoslowakei wurde er 1939 verhaftet, kam ins Zuchthaus und später in verschiedene Konzentrationsläger wie Sachsenhausen, was er jedoch als Mitglied der illegalen Lagerleitung überlebte.

Nach dem Krieg wurde er 1945 von den Engländern als Oberbürgermeister von Essen eingesetzt und bekleidete dieses Amt, bis ihn 1946 Gustav Heinemann ablöste. 1946 – 1947 war er Bezirksvorsitzender der KPD im Parteibezirk Ruhrgebiet-West, 1947/48 Landesvorsitzender der KPD in der britischen Besatzungszone und 1948 – 1956 Vorsitzender der Kommunistischen Partei in der Westzone bzw. der Bundesrepublik. 1949 – 1953 Bundestagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender der KPD. Als Mitglied des Parlamentarischen Rats war er 1948/49 an der Ausarbeitung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Die Partei scheiterte jedoch 1953 an der Fünfprozenthürde. 1956 wurde die KPD in der Bundesrepublik verboten. Max Reimann entzog sich der drohenden Verhaftung durch die Flucht in die DDR und kehrte erst nach Aufhebung des Haftbefehls 1968 in die Bundesrepublik zurück. 1971 schloß er sich der DKP, der Nachfolgepartei der KPD, an und war ab 1973 ihr Ehrenvorsitzender. Er starb 1977 in Düsseldorf.

 
 
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