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Erinnerung an Hyronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen

23.02.2017

Der Freiherr Hyronymus von Münchhausen (11. 5. 1720 - 22. 2. 1797) wurde in Bodenwerder im Weserbergland geboren und starb auch dort. Der Verursacher der "Geschichten des Barons Münchhausen" war zunächst 1737 Page bei Herzog Anton-Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, Der war der künftige Gemahl der Regentin Anna Leopoldowna, der designierten Nachfolgerin von Zarin Anna, und hielt sich bereits in St. Petersburg auf. Die Hochzeit fand 1739 in St. Petersburg statt. Münchhausen reiste von Dezember 1737 - Februar 1738 dem Herzog hinterher und zog umgehend mit seinem Herrn in den Russisch-Österreichischen Türkenkrieg 1736 - 1739, wo er vermutlich während der Belagerung der osmanischen Krim-Fetung Otschakow die Geschichte mit dem Ritt auf der Kanonenkugel erfand. 1739 erhielt er die Ernennung zum Fähnrich der russischen Branunschweig-Kürassiere, deren Regimentschef Herzog Anton-Ulrich war und die in Riga in Garnison standen.

Nach dem Tod der Zarin Anna 1740 wurde der gerade geborene Sohn von Herzog Anton-Ulrich als Iwan VI. zum Zaren erhoben, aber unmittelbar danach 1741 von Annas Kusine Elisabeth, Tochter Peters des Großen, gestürzt, seine Familie gefangen genommen.

Damit kam die begonnene Karriere Minchhausens zum Stillstand. Er blieb in Riga und bewegte sich in einem adlig-baltischen Freundeskreis, wo gerne und phantasievoll geklönt wurde. Er war befreundet mit dem baltischen Landadligen Georg Gustav von Dunten, mit dem er häufig jagte und dessen Tochter Jacobine von Dunten (ca. 1724 - 1790) er 1744 heiratete. Das Gutshaus in Dunten, 60 km von Riga entfernt, wurde in neuerer Zeit wieder aufgebaut und dort 2005 ein Münchhausen-Museum eingerichtet.

1750 nahm Münchhausen seinen Abschied und kehrte nach Bodenwerder zurück. Auf der Hin- oder Rückreise nach oder aus Russland hatte er Station in Königsberg gemacht, wo er durch Zechprellerei aufgefallen sein soll. Diese Schulden beglich kürzlich symbolisch die Stadt Bodenwerder, wobei die Idee geboren wurde, in Kaliningrad ein Denkmal für den Baron aufzustellen. Dieser Gedanke wurde realisiert und eine Skulptur Münchhausens anlässlich der 750-Jahr-Feier Königsbergs im Park der Luisenkirche aufgestellt. Am Pregelufer nahe dem Fischdorf steht seit 2011 ein Kanonierstiefel als Münchhausen-Denkmal, der an die in Russland äußerst populäre Geschichte von dem Ritt auf der Kanonenkugel erinnern soll



 
 
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