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Auswandern nach Masuren

23.09.2017

Masuren, der nordöstliche Teil Polens, ist eine landschaftlich reizvolle Gegend und gehört historisch gesehen zum ehemaligen Ostpreußen. Der Name der Region leitet sich vom südlicher gelegenen Masowien ab, da es bereits im 18. Jahrhundert eine Auswanderwelle aus dieser Region in des heutigen Masuren gab. Geographisch befindet sich das Gebiet zwischen Lyck, Johannisburg, Sensburg, Rastenburg, Treuburg, Angerburg, Lötzen und Nikolaiken. Bekannt ist es durch seinen Seenreichtum und besonders durch die Masurische Seenplatte, die früher auch als Preußische Seenplatte bekannt war. Die Gesamtfläche der Seenplatte beträgt 1700 km². Allein in Masuren existieren rund 2700 Seen mit einer Größe von über einem Hektar. 40 Prozent der Wasserfläche steht unter Naturschutz und das Reservat um den Luknajno-See unterliegt zusätzlich dem Schutz der UNESCO.

Polnische Mentalität

Ein angenehmes Klima, wärmere Sommer und mehr Sonnenstunden sind ein weiterer Vorteil dieser Region Polens. Zudem gelten die Menschen in Polen als zufrieden, freundlich und sehr höflich. Während das Land, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, auf Platz 22 der reichsten Länder steht, sehen die Menschen vor Ort die Zukunft immer möglichst optimistisch.

Im Geschäftlichen weisen sie ein gewisses Feingefühl auf, und erwarten dies auch von anderen. Probleme werden meist nicht direkt angesprochen, sondern über Umwege, die das Ganze diplomatischer wirken lassen. Außerdem gelten die Menschen in Polen als spontaner und nicht so streng in Sachen Organisation und Pünktlichkeit.

Arbeit und Leben in Masuren

Der Arbeitsmarkt in Polen ist sehr heterogen. Insgesamt gibt es im Land eine Arbeitslosenquote von 10 Prozent. Da es in Polen keine soziale Absicherung gibt, bedeutet dies, dass die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt wächst. Immer mehr Erwerbslose ziehen aus ländlichen Gebieten in die großen Städte. So ist es sinnvoll, wenn beim Auswandern auf eine weiterhin bestehende Tätigkeit in Deutschland oder bestehende deutsche Rente zurückgegriffen werden kann.

Auch eine gute Ausbildung und der Akademikergrad schützen nicht unbedingt vor einem mageren Einkommen. So gehören vor allem Lehrkräfte zu den am schlechtesten bezahlten Akademikern. In Masuren betrug das durchschnittliche Bruttogehalt einer Lehrkraft mit Kündigungsschutz knapp 4000 Zloty, dies entspricht. umgerechnet 942 Euro. Referendare oder Vertragslehrer verdienen zwischen umgerechnet 660 und 730 Euro. (Quelle: ermland-masuren-journal.de)

Allerdings kann auch zeitweise auf alternative Lösungen zurückgegriffen werden, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Doch verdienen nicht alle Akademiker automatisch so schlecht wie Lehrkräfte. Während diese mit ihrem Bruttoeinkommen, verglichen mit dem Bruttoinlandsprodukt, europaweit an vorletzter Stelle liegen, werden Ingenieure und Baufachkräfte meist besser bezahlt.

Zugänglichkeit des Arbeitsmarkts für Arbeitnehmer aus der EU

In 2007 wurden in Polen die Einschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit abgeschafft. Somit benötigen deutsche Staatsangehörige seitdem keine Arbeitserlaubnis mehr, um in Polen eine Tätigkeit aufzunehmen. Allerdings ist eine aufenthaltsrechtliche Registrierung erforderlich, wenn die Verweildauer drei Monate übersteigt.

Ist im Voraus bekannt, dass die Aufenthaltsdauer 90 Tage überschreiten wird, ist spätestens 45 Tage nach Einreise bei den zuständigen Woiwoden eine, zunächst befristete, Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen.

Wohneigentum in Polen

Wer sich komplett nach Polen umorientiert, und seine Wohnung oder sein Haus in Deutschland aufgibt, ist verpflichtet seinen Wohnsitz abzumelden. Dazu muss jedoch eine entsprechende Unterkunft in Polen vorhanden sein.

Durch den Beitritt Polens zur EU hat sich auch hier vieles zu Gunsten von EU-Ausländern verändert. Die Genehmigungspflicht für den Erwerb eines Grundstücks oder eines Hauses wurde zurückgenommen. Nach einer Übergangsfrist bis Mai 2016 darf nun jeder EU-Bürger ein Grundstück oder eine Wohnimmobilie erwerben. Deutsche Staatsangehörige müssen somit keine Genehmigung mehr beim Innenministerium einholen. Als einzige Ausnahme können landwirtschaftliche Flächen noch besonderen Vorschriften unterliegen.

Lötzen und Nikolaiken in Masuren

In Masuren befindet sich eine Vielzahl an Orten, die durch ihren besonderen Charme anziehend wirken. Idylle, Pferde-Höfe, weite Felder und riesige Seen sind nicht nur Touristen, sondern auch für Auswanderer attraktive Ziele.

Zu einer der schönsten Ortschaften gehört Gizycko, zu Deutsch Lötzen. Der Ort liegt am drittgrößten See in Masuren, dem Löwentinsee und etwa 110 Kilometer südöstlich von Kalingrad entfernt.

Urkundlich bekannt ist die Stadt bereits seit dem Jahr 1340 und ab 1612 erhielt sie offiziell ihr Stadtrecht. Besonders beeindruckend sind die Feste Boyen, eine 100 Hektar große, preußische Befestigungsanlage. Mit Bastionen und Pulvertoren, sowie Wassergräben und Kasernen, diente sie damals als Schutz gegen Russland. Auch das wiederaufgebaute Schloss zählt zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.

Bekannt ist Lötzen jedoch hauptsächlich für das große Angebot an Wassersport-Möglichkeiten und für frisch gefangenen Fisch und andere polnische Spezialitäten.

Eine weitere attraktive Stadt ist Nikolaiken (Mikolajki). Mit etwa 3800 Einwohnern ist sie ein gemütlicher Ort, direkt am langen Arm des Spirdingsees, dem größten der masurischen Seen.

Benannt ist die Ortschaft nach Sankt Nikolaus, dem Schutzpatron der Fischer. Denn die Fischerei war damals eine bedeutende Einnahmequelle und machte den Ort weit über Preußen hinaus bekannt. Auch die Nikolaiker Maränen, ein beliebter Speisefisch, trugen ihren Teil dazu bei. Heute ist der Ort als Wassersportort beliebt und ermöglicht gerade zur Winterzeit besondere Attraktionen wie das Eissegeln, eine traditionelle Sportart, die bereits seit dem 17. Jahrhundert bestand hat.

Straßenbahn in Allenstein
Bootsanlegestelle in Lötzen.
 
 
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