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Julius Kröhl aus Ostpreußen, der Erfinder des U-Bootes, starb vor 150 Jahren

08.11.2017

Julius Kröhl (1820 – 8. 11. 1867) wurde in Memel als Sohn des Kaufmanns Jacob Kröhl geboren. Die Familie zog bald nach Berlin, wo Kröhl das Ingenieurwesen studierte. 1844 wanderte er mit seiem älteren Bruder in die USA aus. Um 1855 war er als Unterwasser-Ingenieur im Hafenviertel Lower Manhattan in New York beschäftigt, wo damals Taucherglocken zum Einsatz kamen, die ihn vermutlich zu seiner Idee eines U-Boots isnpirierten. Während des Sezessionskrieges diente er in der Marine der Nordstaaten als Experte für den Einsatz von Über- und Unterwasserminen. In dieserr Zeit entwarf er den Plan für ein handgetriebenes U-Boot aus genieteten Eisenplatten, von dem aus unter Wasser Sprengladungen an feindlichen Schiffen angebracht werden sollten. Trotz der Möglichkeit, dank dreier Druckschleusen Soldaten unter Wasser zu diesem Vorhaben aussteigen zu lassen, lehnte die Adminralität 1863 das Projekt ab.

Das U-Boot geriet zunächst kurz in Vergessenheit, bis William Henry Tiffany, der Bruder des berühmten New Yorker Juweliers Charles Lewis Tiffany, in dem Unterwasserboot eine Chance erblickte, für seine am 18. 11. 1863 mit vier anderen Geschäftsleuten gegründete Pacific Pearl Company, die Perlentaucherei zu optimieren. Kurz darauf begann der Bau der 12 Meter langen „Sub Marine Explorer“ auf der Werft von Ariel Patterson. Das Unterseeboot mit Ausstieg unter Wasser wurde am 30. Mai 1866 im Hafenbecken von New York unter den Augen der Öffentlichkeit und vor hochrangigen Offizieren, Wirtschaftsgrößen und Journalisten getestet und sensationell bejubelt Julius Kröhl zerlegte sein Boot und die Pacific Pearl Co. schaffte es nach Panama und baute es dort wieder zusammen. Im Juli 1867 begannen Probetauchgänge. Obwohl das U-Boot dabei einmal an einer Klippkante bis in 24 Meter Tiefe abrutschte, schaffte es die Mannschaft, wieder aufzutauchen und blieb unversehrt. Am 29. 8. 1867 wurden die Patentrechte erteilt. Damit begann unter der Leitung von Kröhl vor San Telmo in Panama die Perlentauchaktion. Im September 1867 erkrankte Kröhl, fieberte stark und starb eine Woche später in Panama-Stadt. Als Todesursache wurde Malaria diagnostiziert. Kröhls Begleiter überlebten und kehrten nach New York zurück. 1869 unternahme die Pearl Co. eine weitere Perlentauchexpedition mit diesem U-Boot vor San Telmo. Sie endete mit mehreren Todesfällen und die Gesellschaft fand daraufhin kein neues Personal mehr. Deshalb wurde die Sub Marine Explorer aufgegeben und blieb vor der Küste von San Telmo liegen. Man nimmt an, dass die Taucher, aber möglicherweise auch Kröhl selbst, der Taucherkrankheit dank fehlender Dekompressionsmaßnahmen zu Opfer fielen, denn dieses Taucherproblem war seinerzeit noch unbekannt.

2001 entdeckte der amerikanische Unterwasserarchäologe James P. Delgado an einem Strand der unbewohnten Insel San Telmo bei Panama ein mächtiges rostiges Schiffswrack, das er nach aufwändigen Recherchen als das Unterseeboot von Julius Kröhl identifizierte und entschlüsselte so die Geschichte des ersten U-Bootes der Welt, das im 20. Jahrhundert seinen Siegeszug im Kriegswaffenwesen antrat

 
 
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