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Erinnerung an den ostpreußischen Gewerkschafter Albert Borowski

28.11.2017

Albert Borowski (27. 11. 1876 – 1945), kam in Rhesau, Kreis Angerburg, zur Welt. Er war einer der maßgeblichen Initiatoren von Selbsthilfe- und Kulturorganisationen der Arbeiterschaft in der Kaiserzeit. Nach dem 1. Weltkrieg war er Stellvertreter des Oberpräsidenten und Reichskommissars für Ostpreußen, August Winnig (1878 – 1956). Als der wegen seiner Teilnahme am Kapp-Putsch entlassen wurde, machte man Borowski zum Nachfolger. Seine Amtszeit dauerte jedoch nur vom 31. März – 21. Juli 1920. Wegen der Art und Weise, mit der er die Teilnahme von führenden ostpreußischen Beamten am Kapp-Putsch aufzuklären versuchte, geriet er in Konflikt mit der SPD und wurde seines Amtes wieder enthoben. Hinfort war er nur noch Stadtrat in Königsberg. 1926 – 1932 Mitglied des Preußischen Staatsrates, einem Kollegium zur Begutachtung wichtiger Staatsangelegenheiten. 1933 entließen ihn die Nazis aus allen Ämtern. Er bewohnte von 1935 – 1945 in Rudau ein Haus und lebte zurückgezogen, wenn auch allseits geachtet. Als die Sowjets am 28. Januar in Rudau einmarschierten, glaubte er nicht, dass ihm aufgrund seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus etwas passieren würde. Dem war leider nicht so. Er und seine Frau fanden den Tod. Zeugen für sein schmähliches Ende gibt es nicht.

 
 
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