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Erinnerung an Friedrich August Ludwig von der Marwitz

07.12.2017

Friedrich August Ludwig von der Marwitz (29. 5. 1777 - 6. 12. 1837) wurde als Sohn des Hofmarschalls August von der Marwitz in Berlin geboren. Bereits 1790 wurde er in die Liste des exkluxiven Regiments Gensdarmes eingeschrieben, aber noch zurückgestellt, weil er zu klein und zu schwach erschien. Stattdessen erhielt er zunächst eine Reiterausbildung. Weil er als schlechter Reiter verspottete wurde, trainierte er unter Qualen so lange, bis er nach wenigen Jahren als bester Reiter im Regiment galt. 1802 nahm er als Premierleutnant seinen ersten Abschied. Im Frühjahr 1803 heiratete er Caroline Franziska, Tochter des Reichsgrafen Carl Adolph von Brühl, der seit 1786 in preußischen Diensten stand. Marwitz beendete die Verpachtung von Friedersdorf, übernahm selbst die Bewirtschaftung des Gutes und zog mit seiner Frau in das dortige Gutshaus. Durch das Studium der Schriften von Albrecht Daniel Thaer war er davon überzeugt, die Erträge des Gutes mit rationellerer Bewirtschaftung verbessern zu können. Dabei sammelte er praktische Erfahrungen bei seiner Gutsnachbarin Helene Charlotte von Lestwitz (1754 - 1803). Seine Gattin Caroline Franziska v. d. Marwitz starb überraschend 1804 nach der Geburt ihres ersten Kindes. Deshalb ließ v. d. Marwitz in ihren Grabstein in der Friedersdorfer Kirche eingravieren: "Hier liegt mein Glück ... Sie war die Freude aller, die sie kannten". 1805 trat v. d. Marwitz wieder in den militärischen Dienst ein, kämpfte heroisch, aber vergeblich gegen Napoleon und floh nach Ostpreußen. Dort unterstützte er die Aufstellung von Freikorps und stellte selbst eines auf, das aber in Folge des Friedens von Tilsit nicht mehr zum Einsatz kam. Marwitz verließ nun erneut das Militär und zog sich nach Friedersdorf zurück. Hier heiratete er 1809 Charlotte von Moltke (1780 -1848), Hofdame von Königin Luise und Tochter des Offiziers Friedrich von Moltke, und hatte mit ihr neun Kinder, von denen allerdings sechs im Kindesalter starben. Ab 1807 entwickelte sich v.d. Marwitz zu einer Führungskraft des erzkonservativen altpreußischen Adels. und zum Gegner der Stein-Hardenbergschen Reformen. So protestierte er 1811 mit seiner Denkschrift "Letzte Vorstellung der Stände von Lebus und Beeskow-Storkow an den König". Daraufhin wurden Marwitz und sein Gesinnungsgenosse Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein in der Zitadelle Spandau festgesetzt. Dank königlicher Gnade kamen beide nach fünf Wochen wieder frei und Marwitz zog sich auf seine Güter zurück. Im Zuge der Freiheitskriege trat er 1813 wieder in den Militärdienst ein. Als er 1815 aus Frankreich zurückkehrte, blieb er bis 1827 beim Militär. Als Mitglied im brandenburgischen Landtag ab 1824 kämpfte er weiter unverdrossen gegen politische Reformen, zogt sich jedoch dann auf sein Gut zurück und wettert nur noch von der Ferne. Dort starb er dann auch.

 
 
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