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Wer kennt noch Werenfried van Straaten?

17.01.2018

Philippus van Straaten erblickte in Midjrecht (Niederlande) als Sohn eines Lehrers das Licht der Welt. Nach dem Abitur studierte Philipp Latein und Griechisch, um ebenfalls Lehrer zu werden, doch als er in Verbindung mit einer reformorientierten kirchlichen Bewegung kam, entschied er sich, Priester zu werden. Die Prämonstratensern im Tongerloo (Flandern) nahmen ihn auf. Nach drei Jahren schien er den Aufgaben im Orden nicht gewachsen zu sein, doch der Abt behielt ihn und machte ihn sogar zu seinem Sekretär, der den Ordensnamen Werenfried – der Kämpfer - erhielt. Er wurde ein wertvoller Mitarbeiter, aber war offenbar auch anstrengend, denn der Abt meinte: „Ich freue mich, daß ich Werenfried habe, aber ich freue mich auch, daß ich nur einen Werenfried habe." Am 25. Juli 1940 wurde Werenfried zum Priester geweiht.

Papst Pius XlI. bat den Ordensgeneral der Prämonstratenser, Hilfe für Deutschland zu organisieren. Dieser wiederum wandte sich an den Abt und der beauftragte Werenfried mit einer Hilfsaktion für die 3.000 heimatvertriebenen Priester aus dem deutschen Osten und ihre sechs Millionen katholischen Gläubigen. Hier fand Werenfried van Straaten seine historische Aufgabe. In unzähligen Predigten und Briefen rief er zur Hilfe für die Vertriebenen und Flüchtlinge aus dem deutschen Osten auf. Er bat die flämischen Bauern mit großem Erfolg um die Lieferung von Speck und hier verdiente er sich den Namen „Speckpater“. Ganze Lastzüge mit dem damals so notwendigen Fleisch und Speck rollten in die deutschen Flüchtlingslager und Pfarreien.

Doch Werenfried van Straaten kümmerte sich nicht nur um die materielle Not. Er gewann Zehntausende flämischer Schulkinder als Paten für Priester, die durchs Land zogen und sich ihrer vertriebenen katholischen Landsleute annahmen. Die Schüler spendeten jahrelang ihr Taschengeld, ihr Gebet und den Trost ihrer Kinderbriefe. Durch diese Patenschaftsaktion wurde die Ostpriesterhilfe zu einer Volksbewegung. 1950 begann die Kapellenwagen-Aktion. 35 umgebaute holländische Autobusse dienten als Kapellen, Schlafraum für die Besatzung, Lebensmittel- und Kleiderlager. Werenfried van Straaten engagierte sich für die Gründung eines Gymnasiums für heimatvertriebene Schüler und errichtete in einer ehemaligen Flakkaserne eine Philosophisch-Theologische Hochschule mit Priesterseminar für mehr als 350 Studenten, aus der viele Priester hervorgingen. Nach 1952, als die Not der deutschen Vertriebenen weitgehend gelindert war, weitete er seine Hilfsaktionen auf die kommunistischen Länder in Osteuropa aus. Dies führte zur Gründung des Hilfswerks „Kirche in Not“ mit Sitz in Königsstein.

 
 
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