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Der masurische Dichter Erwin Kruk

04.05.2020

Erwin Kruk (4. 5. 1941 – 31. 3. 2017) wurde in dem Dorf Gutfeld (Dobrzyń) im Kreis Neidenburg als Sohn einer bäuerlichen Familie geboren. Als die Rote Armee Ostpreußen einnahm, wurde sein Vater deportiert, seine Mutter starb bei der Zwangsarbeit. Der junge Waise kam zunächst bei Verwandten unter, erlebte dann aber hautnah die Ächtung der verbliebenen Deutschen, litt unter den Spannungen mit den neuen polnischen Landbewohnern, musste seine deutsche Herkunft verleugnen. Als die Verwandten Ostpreußen zu verlassen hatten, kam er in Heime und war ganz auf sich allein gestellt.

Immerhin gelangte er auf ein Gymnasium und legte 1960 in Mohrungen seine Abiturprüfung ab. Anschließend studierte er Polonistik in Thorn, wo er sich bereits als Kulturaktivist hervortat. Nach Abschluss des Studiums 1966 arbeitete er in Olsztyn – Allenstein als Journalist bei der Gazeta Olsztyńska. Danach war er bis 1980 Publizist und Chefredakteur bei der Zeitschrift Przemiany. Im selben Jahr engagierte er sich bei der Solidarnosc und arbeitete ab 1981 für die Monatszeitschrift Meritum in Warschau. Der polnische Schriftstellerverband wählte ihn in den späten 1990er Jahren zu seinem Vizepräsidenten. Außerdem war er Präsident der Literatenvereinigung in Olsztyn und 1999 Mitbegründer der Masurisch-Evangelischen Gesellschaft.

Kruk beschäftigte sich eingehend mit Simon Dach und der Kürbishütte. Er übersetzte die Poesiesammlung „Aus dem Liederbuch eines Germanisierten“ von Wojciech Ketrzynski sowie Gedichte von Ernst Wiechert. Von ihm stammt der Prosaband „Chronik aus Masuren“ /“Kronika z Mazur“) (1989). In „Das Erbe“ („Spadek“) (2009) beschreibt er den vergeblichen Versuch, den ehemaligen Besitz seiner Eltern in Gutfeld auf dem Rechtsweg zurück zu erhalten.

 
 
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