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Gastgeber in Ostpreußen

Palast und Gutshof Gallingen (Galiny) - Freude und Natur
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Der Schriftsteller Peter Jokostra

05.05.2020

Peter Jokostra (5. 5. 1912 – 21. 1. 2007) wurde in Trachau bei Dresden als Sohn des Stadtapothekers geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Spremberg studierte er Psychologie, Literatur und Kunstgeschichte in München, Frankfurt/Main und Berlin.

Mit der Machtergreifung der Nazis 1933 brach er sein Studium ab und wich aus Berlin in die ostpreußische Provinz aus. Dort wandte er sich der Landwirtschaft zu. Zwei Jahre lang verbrachte er als Eleve und Landarbeiter sein Leben auf Gutshöfen zwischen Lötzen und Angerburg– so in Przytullen und Duneyken, nachzulesen in „Heimweh nach Masuren- Jugendjahre in Ostpreußen“.

Ab 1935 betrieb er als Landwirt einen eigenen Hof nahe Hohen Wangelin in Mecklenburg. Nach erheblichem Streit mit den Behörden um den Status als Erbhofbauer, der ihm verweigert wurde, und nach einem Brand auf seinem Hof verkaufte er den Besitz und wurde 1941 zum Militärdienst eingezogen.

Das Kriegsgeschehen in Russland verstörte ihn dermaßen, dass er im Januar 1945 in Ostpreußen desertierte und in Malga in ein Versteck flüchtete. Zwar wurde er dort denunziert und vor ein Kriegsgericht gestellt, aber durch das Eintreffen der sowjetischen Panzer vor dem sicheren Todesurteil bewahrt.

Jokostra geriet in britische Kriegsgefangenschaft, wurde bald entlassen und kehrte nach Spremberg zurück, wo ihn die sowjetischen Besatzer zum Schulrat ernannten. In dieser Zeit knüpfte er freundschaftliche Kontakte zu Erwin Strittmatter (1912 – 1994), dem späteren Nationalpreisträger der DDR, der ebenfalls aus Spremberg stammte. Jokostra erhielt 1953 für seine Lyrik den Kulturpreis des Kulturministeriums, als er aber seinen Gedichtband „An der besonnten Mauer“ veröffentlichte, wurde er als dekadenter Autor verfemt und mit Verhaftung bedroht. Über Südfrankreich flüchtete er in die Bundesrepublik, wurde in München Mitarbeiter in Presse und Rundfunk und lebte ab 1962 als freischaffender Schriftsteller.

Fortan machte Jokostra Front gegen die Veröffentlichungen von DDR-Autoren in westlichen Verlagen, so gegen Anna Seghers, Stephan Hermlin und seinen alten Freund Erwin Strittmatter. Aber auch sein eigenes Werk traf auf Kritik. So wehrten sich einige Zeitgenossen gegen ihre Darstellung in dem Roman „Heimweh nach Masuren“, so dass sein Verlag die zweite Auflage zurückzog und der Landsmannschaft Ostpreußen eine Treuespende von 30.000 DM zukommen ließ.

Im Jahr 1972 wurde Peter Jokostra Mitglied des PEN-Clubs. Für seine Arbeiten erhielt er den Andreas-Gryphius-Preis und den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz.

 
 
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