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Maximilian Kaller

10.10.2020

Maximilian Kaller (10. 10. 1880 – 7. 7. 1947) wurde im oberschlesischen Beuthen als zweitältestes von acht Kindern einer Kaufmannsfamilie geboren und begann nach seinem Abitur im Jahre 1899 ein theologisches Studium in Breslau, wo er 1903 auch zum Priester geweiht wurde. Zunächst war er Pfarradministrator der Missionsstation in Bergen auf Rügen, die 1908 in eine Pfarrei umgewandelt wurde. Ab 1917 wirkte er als Pfarrer in St. Michael in Berlin-Kreuzberg, ab 1926 als Administrator der Apostolischen Administratur Tütz-Schneidemühl für die deutschen Reste der Bistümer Gnesen-Posen und Kulm, gehörte damit der Deutschen Bischofskonferenz an und wurde jüngster Sekretär des Vorsitzenden. Obwohl nicht Ostpreuße, wurde er am 28. Oktober 1930 mit Unterstützung des Heiligen Stuhls, aber nur mit knapper Mehrheit, zum Bischof des Ermlands gewählt.

Bei seiner erfolgreichen Arbeit zum Wohle des Bistums stand er dem Nationalsozialismus offenbar zunächst mit gutgläubiger Naivität gegenüber und war eine Zeit lang sogar dem Gauleiter Erich Koch freundschaftlich verbunden. Im Sommer 1934 erkannte er seinen Irrtum. In der Folgezeit geriet er in Auseinandersetzungen mit den Nazis und wurde neben Graf von Galen in Münster zum bestgehassten katholischen Bischof Deutschlands. Nachdem ihm die Schreckensherrschaft des Nazi-Regimes bewusst geworden war, beantragte er 1942 beim Berliner Nuntius, unter Verzicht auf das Bischofsamt als Seelsorger im KZ Theresienstadt wirken zu dürfen, was jedoch abgelehnt wurde. Von der SS 1945 ins Reich deportiert, kehrte er im Sommer 1945 noch einmal ins Ermland zurück. Jetzt zwang ihn jedoch der polnische Primas Kardinal Augustyn Hlond am 16. August 1945, auf sein Bischofsamt zu verzichten, woraufhin Maximilian Kaller Ostpreußen endgültig verlassen musste.

Bischof Kaller ließ sich in Frankfurt am Main nieder und hatte dort seinen Wohnsitz in der Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Sachsenhausen. Die Nöte und Sorgen der sechs Millionen katholische Flüchtlinge aus den Vertreibungsgebieten veranlassten Papst Pius XII. am 20. September 1946, Bischof Kaller zum päpstlichen Sonderbeauftragten für die heimatvertriebenen Deutschen zu ernennen. Für die Menschen in dieser Zeit war das Amt als „Flüchtlingsbischof“ von großer Bedeutung.

Von den seelischen und physischen Strapazen der Kriegs- und Nachkriegszeit gezeichnet und verbraucht, verstarb Maximilian Kaller am 7. Juli 1947 in Frankfurt nur wenige Tage nach seiner Rückkehr von einer Vertriebenenwallfahrt an Herzversagen und wurde auf dem Friedhof in Königstein begraben.

Im Jahr 2003 wurde der Seligsprechungsprozess für Bischof Kaller eröffnet, an dem sich auch die Polen beteiligen

 
 
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