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Johann Georg Hamann

27.08.2021

Johann Georg Hamann (27. 8. 1730 – 21. 6. 1788) wurde in Königsberg in der einstigen Heilig-Geist-Gasse an der Grenze zwischen Altstadt und Löbenicht als Sohn eines Baders und Wundarztes aus Wendisch-Ossig in der Lausitz und seiner Frau Maria Magdalena, geb. Nuppenau aus Lübeck, geboren. Er besuchte die Kneiphöfische Schule und studierte ab 1746 an der Albertina Theologie, Philosophie, Jura und beschäftigte sich mit Dichtung, der Philologie und den Naturwissenschaften. 1751 ging er ohne Abschluß von der Universität ab.

Es folgte ein Aufenthalt im Baltikum, wo er in Riga und Kurland als Hauslehrer seinen Unterhalt zu verdienen versuchte. Die erste Anstellung 1852 verlor er bald wieder, doch anschließend mit der Familie des Grafen und Generals von Witten auf Grünau bei Mitau hatte er mehr Glück und wurde Hofmeister. Den Kontakt zur Familie hielt er auch später noch bei.

Nachdem er eine fundierte handelspolitische Schrift verfasst hatte, trat er 1756 als Kaufmann in die Dienste des Handelshauses Berens in Riga . In kaufmännischen Angelegenheiten brach er vom 14. 4. 1757 bis 27. 6. 1758 zu einem Aufenthalt in London auf. Dort kam er ziemlich unter die Räder, geriet in schlechte Gesellschaft und in finanzielle Schwierigkeiten. Zurück in Riga entwickelte sich ein Verhältnis mit Catharina, der Schwester der Berens-Brüder. Doch sein Freund Johann Christoph Berens verweigert seine Zustimmung zu einer Verlobung.

Wegen der Erkrankung seines Vaters kehrte Hamann 1759 nach Königsberg zurück, wo er einen bürgerlichen Beruf ergriff, sich aber auch mit philosophischen Studien beschäftigte. Erste Veröffentlichung: „Sokratische Denkwürdigkeiten“. 1762 freundete er sich mit Johann Gottfried Herder an, den er in englischer Sprache und Literatur unterrichtete. Zum Einkommenserwerb empfahl ihn Immanuel Kant 1767 für die Stelle eines Übersetzers bei der Königsberger Zollregie, wo er 10 Jahre später zum Packhofverwalter befördert wurde, welche Stelle er ebenfalls zehn Jahre lang bekleidete. Von diesem Einkommen bestritt er sein Leben, das er zusammen mit der Magd seines Vaters, Anna Regina Schumacher, führte, mit der er vier Kinder hatte, die er aber nie heiratete.

Um 1782 wurde er mit dem reichen Franz Kaspar Buchholtz bekannt, der ein Schloss nordwestliche von Münster bewohnte und Hamann mit 4.000 Reichstalern unterstützte, die dessen finanzielle Engpässe beseitigten. Durch diesen wurde auch dier Fürstin Amalie von Gallitzin und dem „Kreis von Münster“ auf Hamann aufmerksam und er wurde deren geistlicher Berater. Eine Freundschaft verband ihn auch mit Theodor Gottlieb von Hippel. Zum Lebensende hin machte er sich auf nach Westfalen, nach Angelmodde, heute ein Stadtteil von Münster, wo er ein Jahr lang die Gastfreundschaft der Fürstin Gallitzin in Anspruch nahm. Bereits bei der Abreise aus Königsberg war Hamann ein kranker Mann. Nach einem Schlaganfall starb er, als er gerade auf den Wagen wartete, der ihn nach Königsberg zurückbringen sollte. Sein Grab befindet sich auf dem Überwasserfriedhof in Münster.

Hamann verfügte über ein stark ausgeprägtes Sprachbewusstsein. Er regte Herder dazu an, eine Schrift über den Ursprung der Sprache zu verfassen, und damit beeindruckte dieser sogar Goethe. Hamann entdeckte auch Shakespeare für die deutsche Literatur und Herder brachte Goethe diesen Dichter nahe. Er war erklärter Gegner der Aufklärung. Der kritisch-rationalen Lehre Kants setzte er Glaube, Gefühl und Geschichte entgegen.

 
 
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