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Geschichte von Susz - Rosenberg

Das kleine Städtchen Rosenberg ist eine Gründung des pomesanischen Domkapitels von 1305, wobei die Handfeste 1315 erneuert wurde. Südlich der Stadt legte das Domkapitel 1376 einen Wirtschaftshof an.

Durch die Jahrhunderte war die Siedlung eine Ackerbürgerstadt ohne sonderliche Bedeutung. Dennoch lenken in unserer Zeit die Frau eines Landrats und ein späterer Landrat als prominente Einwohner unsere Blicke auf die Geschichte der Stadt. Ansonsten war der Ort der städtische Bezugspunkt für die umliegende ländliche Bevölkerung und die Güter. Wenn man überhaupt den pauschalen Begriff der "ostelbischen Junker" benutzt, dann befanden sich wesentliche Vertreter dieser Spezies aus Klassenkampfzeiten konzentriert in der Umgebung von Rosenberg, so die Dohna auf Finckenstein, die Finckenstein auf Schönberg, der Kammerherr v. Oldenburg auf Januschau oder die Grafen von Brünneck in Groß Bellschwitz.

Neben der Kirche stand das alte Postgebäude. Hier musste 1807 General Blücher - der spätere "Marschall Vorwärts" der Befreiungskriege - 14 Tage lang darauf warten, von dem in Finckenstein residierenden Napoleon empfangen zu werden. Der wollte unbedingt den kriegsgefangenen, aber berühmten Reitergeneral kennen lernen, bevor der gegen einen gefangenen Franzosen ausgetauscht wurde.

Rosenberg war von 1817 - 1919 Garnisonsstadt. Eine Kaserne konnte jedoch erst 1905 bezogen werden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde aus der Kaserne das Finanzamt.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz erfolgte 1875 an die Strecke Marienburg - Mlawa.

Im 2. Weltkrieg wurde Rosenberg zu 35 % zerstört. Die Kreisverwaltung wurde nach Dt. Eylau verlegt.

Die Landräte waren seit 1752 die Verwaltungsleiter der Landkreise. Auf Vorschlag der Ritterschaft des Kreises wurden sie vom König ernannt. Ihnen oblag die Aufsicht über alle privaten Grundherrschaften ihres Kreises und deren Untertanen. Nach der preußischen Verwaltungsreform wurden die Landräte ab 1817 vom Staatsministerium auf Vorschlag des Kreistages ernannt. Ab 1818 gab es den Kreis Rosenberg.

Werner v. Gustedt-Garden, 1852 - 1860 Landrat des Kreises Rosenberg, erwarb den adligen Hof Rosenberg in einem alten Park vor der Stadtmauer mit Blick auf den Rosenberger See (jez. Suskie) und ließ hier ein repräsentatives Gebäude im Stil des Klassizismus errichten. Dessen äußere Gestalt wie auch die Inneneinrichtung wurden wesentlich geprägt durch seine Frau Jenny v. Gustedt. Diese war eine uneheliche Tochter des Königs Jerome von Westfalen, Bruder Napoleons, und dadurch mit dem großen Kaiser der Franzosen verwandt. Sie wuchs in Weimar auf, war mit dem Großherzog von Sachsen-Weimar und insbesondere mit dessen etwa gleichaltriger Tochter Augusta, der späteren deutschen Kaiserin, bekannt, verkehrte im Hause Goethe und korrespondierte mit vielen Großen ihrer Zeit. Ihre Enkelin und Verwalterin ihres Briefnachlasses war die um die Wende zum 20. Jh. bekannte Frauenrechtlerin und Sozialistin Lily v. Braun. Werner v. Gustedt (1813 – 1864) entstammte Hildesheimer Uradel. Er war von 1860 bis zu seinem Tod Landrat in Halberstadt.

Landrat von 1920 - 1925 war Dr. Ferdinand Friedensburg, geb. 1886 in Schweidnitz, ab 1925 Vize-Polizeipräsident in Berlin, ab 1927 Regierungspräsident in Kassel und ab 1946 Bürgermeister von Berlin. Wesentliche Leistung in seiner Rosenberger Zeit war die Elektrifizierung des Kreises und der Bau des Elektrizitätsüberlandwerks in Rosenberg.

Die Größe einiger Güter im Kreis Rosenberg war in der Tat beachtlich: im Jahr 1928 umfassten Gut Finckenstein mit 10 Vorwerken 8.317 ha, Gut Schönberg mit Groß Herzogswalde und Garden 8,806 ha, Gut Januschau mit Zollnick und Brausen 2.826 ha und weitere 5 Güter 1.000 bis 1.700 ha. Außerdem besaß im Kreisgebiet Reichspräsident von Hindenburg sein Gut Neudeck, eine Dotation des Volkes und von Industrievertretern. Diese Gutsbesitzer waren bestimmt reich und konservativ. Aber dass man sie - auch heute noch - als die "ostelbischen Junker" pauschal für den Untergang der Weimarer Republik und die Inthronisation der Nazis verantwortlich macht, erscheint im höchsten Maße klassenkämpferisch polemisch und ist vorwiegend unsachlich.

 
 
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