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Umgebung von Hohenstein: Kolatek Waszeta - Schlagamühle

Unweit südöstlich von Hohenstein auf dem Weg nach Schwedrich zwischen dem Kleinen Plautziger See und dem Staff- oder Russensee befand sich eine Mühle, und zwar wurde 1437 hier zur Ordenszeit eine wassergetriebene Kornmühle urkundlich erwähnt. Der Müller konnte seine Ackerflächen sukzessive ausweiten, durfte den umliegenden Wäldern Holz entnehmen und Fische für seinen Bedarf im Staffsee fangen. Schon im 16. Jh. wurde es schwierig, genügend Wasser zum Betrieb der Mühle zur Verfügung zu haben, aber es dauerte noch bis 1924, als der Betrieb der Mühle wegen Wassermangels eingestellt wurde.

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Unweit südöstlich von Hohenstein auf dem Weg nach Schwedrich zwischen dem Kleinen Plautziger See und dem Staff- oder Russensee befand sich eine Mühle, und zwar wurde 1437 hier zur Ordenszeit eine wassergetriebene Kornmühle urkundlich erwähnt. Der Müller konnte seine Ackerflächen sukzessive ausweiten, durfte den umliegenden Wäldern Holz entnehmen und Fische für seinen Bedarf im Staffsee fangen. Schon im 16. Jh. wurde es schwierig, genügend Wasser zum Betrieb der Mühle zur Verfügung zu haben, aber es dauerte noch bis 1924, als der Betrieb der Mühle wegen Wassermangels eingestellt wurde.

Die Enge zwischen dem Kleinen Plautziger See und dem Staffsee wurde im 1. Weltkrieg zur Falle für die russischen Truppen, die, von der deutschen Armee in der Kesselschlacht von Tannenberg vor sich her getrieben, sich am 29. August 1914 im Dunkel der Nacht mit ihren Kriegsfahrzeuge vor der Enge zwischen den Seen verkeilten. Von drei Seiten unter Feuer genommen, ergaben sich an die 8.000 Russen an dieser Stelle. Die Enge hieß seitdem die "Russenfalle" und den Staffsee taufte man um in "Russensee".

Die Müllerfamilie verkaufte ihr Anwesen 1938 an die Verkehrsgesellschaft Tannenberg mbH. Das Haupthaus baute man in der Folge zum Ferienheim um, das 1939 eröffnet wurde. Außerdem baute man am Kleinen Plautziger See den "Krug zur Russenfalle". Leider brannte der Krug nach einiger Zeit ab, aber das Ferienheim überlebte und wurde nach dem Krieg Bestandteil der gegenüber der Öffentlichkeit abgeschotteten Feriensiedlung des Zentralkommitees der Kommunistischen Partei Polens, eingebettet in viele kleine Ferienhäuser. Nach der Wende wurde das Ferienheim restauriert, um einen Bootsverleih ergänzt und heißt heute "Kolatek Waszeta". Auch deutsche Urlauber verbringen hier ihre Ferien.[1]



[1] Prof. Dr. Eckhard Schäfer, Direkt hinter der Seenenge: Schlagamühle, Osteroder Zeitung, Mai 2015, S. 38 f

Plan von Schlagamühle (Osteroder Zeitung, 2015)
 
 
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