Ostpreußen

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Marie von Wistinghausen

21.12.2021

Marie von Wistinghausen (21. 12. 1893 – 5. 3. 1970), Bracherts Ehefrau, genannt Mia, wurde in St. Petersburg in die wohlhabende Familie von Maximilian von Wistinghausen hinein geboren. Der verlegte jedoch wegen der zunehmend unruhigen Verhältnisse in Russland 1913 den Wohnsitz der Familie nach Stuttgart, wo er allerdings bereits 1914 starb. Marie studierte auf der Kunstgewerbeschule Am Weißenhof, wo sie vermutlich Hermann Brachert kennenlernte. Nach ihrer Heirat zogen sie gemeinsam 1919 nach Königsberg, wo sie zunächst als Bildhauerin arbeitete, dann aber ihr Talent für die Fotografie entdeckte, was sie zielgerecht ausbaute. Der ab 1927 neue Direktor der städtischen Kunstsammlungen im Schloss, der Kunsthistoriker Dr. Alfred Rohde, engagierte sie dafür, ihm bei der Bestandsaufnahme der dortigen Kunstschätze mit ihren fotografischen Möglichkeiten zur Seite zu stehen. Diesem Auftrag ist es zu verdanken, dass viele Details des zerstörten Königsberger Schlosses überliefert sind. In gleicher Weise dokumentierte sie die Bestände des Bernsteinmuseums, wobei Bernstein offenbar besonders schwer zu fotografieren ist. Nach dem Krieg setzte Maria Brachert ihre fotografische Arbeit in Stuttgart fort.