Friedrich Hoffmann (6. 7. 1797 – 6. 2. 1836) wurde in Wehlau als Sohn des Direktors des Statistischen Bureaus von Preußen geboren. . Er besuchte das Gymnasium in Berlin und studierte zunächst Medizin. Doch bald wechselte er in die Fachrichtungen Geologie und Mineralogie, weil deren Studien mehr in der Natur stattfanden.
Demzufolge untersuchte er die geologischen Verhältnisse in Nord- und Mitteldeutschland von Thüringen bis Helgoland. Seine Veröffentlichungen darüber erweckten Interesse in Fachkreisen, so auch bei Alexander von Humboldt, der sich sogar dafür einsetzte, daß Hoffmann sich an der Friedrichsuniversität in Halle habilitieren konnte und dort dann als a.o. Professor eingestellt wurde.
Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit setzt er die Durchmusterung der deutschen Gebirge fort und veröffentlichte seine Ergebnisse 1830 in dem Werk „Übersicht der orographischen und geognostischen Verhältnisse vom nordwestlichen Deutschland“. 1826 brach er zwecks Erforschung des Vulkanismus zu einer Reise nach Italien auf. In Neapel konnte er einem kleineren Ausbruch des Vesuv beiwohnen. Auf Sizilien studierte er zehn Monate lang die geologischen Verhältnisse, die er als erster Wissenschaftler zuverlässig beschrieb. Im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stand dabei der Ätna, den er mehrmals bestieg, um die ständigen Eruptionen aus der Nähe zu beobachten.
Während des Sizilienaufenthalts wurde er Augenzeuge eines Ausbruchs des unterseeischen Förstner-Vulkans, der zu einer oberirdischen Inselbildung mit einer Ausdehnung von 5 km bei einer höhe von 63 Metern über N.N. führte. Diese Insel war jedoch so labil, daß sie binnen Jahresfrist wieder in den Fluten verschwand, aber für einen Vulkanologen war es eine Sensation. Wenig später konnte er auch noch eine größere Eruption des Stromboli auf den Liparischen Inseln erleben.
1832 musste Hoffmann nach Deutschland zurückkehren, um seinen Vorlesungsverpflichtungen nachzukommen. Schon auf der Rückreise zeigten sich gravierende gesundheitliche Probleme, doch ab 1834 hielt er vielbesuchte Vorlesungen. Aber bereits 1836, vor 190 Jahren, starb er 38jährig, ohne viele seiner Arbeiten zum Abschluss bringen zu können.[1]
[1] Wolfgang Kaufmann, Wilder Tanz auf dem Vulkan, PAZ Nr. 17/2025 (25. April), S. 18