Der Königsberger und Ostberliner Architekt Hanns Hopp starb vor 55 Jahren

Mädchengewerbeschule von Hanns Hopp in Königsberg, heute Offiziersheim der Baltischen Flotte ( Kemal KOZBAEV, Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license)

Hanns Hopp hat ab 1913 sehr intensiv in Königsberg gewirkt und schöne Bauten konzipiert, die teilweise den Krieg überlebt haben, weil ihre Lage in den Königsberger Außenbereichen weniger im Blickfeld der britischen Bomber lagen. Nach dem Krieg war er prominenter Architekt und Stadtplaner in der DDR.

Hanns Hopp (9. 2. 1890 – 21. 2. 1971) wurde   Lübeck als Sohn eines Zimmermanns und Bauunternehmers geboren und besuchte dort das Gymnasium. Von 1909 – 1911 studierte er Architektur an der TH Karlsruhe und anschließend in München bei Prof. Theodor Fischer, einem Vorläufer der Bauhaus-Bewegung, bei dem später auch Bruno Taut und Erich Mendelsohn studierten. 1913 legte Hopp in München das Examen ab. Im selben Jahr kam er mit 23 Jahren an das Hochbauamt in Memel und dann nach Königsberg, wo er 1914 eine Anstellung beim Stadterweiterungsamt erhielt. Ab 1920 war er Leiter der technischen Abteilung in der Deutschen Ostmesse. Parallel dazu war er als Architekt tätig. Sein erster wesentlicher Auftrag in Königsberg war 1921 der Bau der Empfangsgebäude und der beiden Flugzeughallen (1922/23) des Flughafens in Devau, dem ersten zivilen Flughafen Deutschlands. Er errichtete die Gebäude der Ostmesse mit dem Haus der Technik (1925), den Handelshof, die Mädchengewerbeschule, das Parkhotel, die Lichtspielhäuser Capitol und Prisma, den Neubau des Ostmarken-Rundfunk-Hauses am Hansaring, das noch steht, das Haus Kayma. In Maraunenhof (Aschmannallee Ecke Schwertbrüderstrasse) ist noch, wenn auch verändert, das Rentnerinnenheim (Olga-Friedemann-Haus, 1928) erhalten. Hanns Hopp besaß eine große Wohnung im Haus der Technik. Weiterhin baute er Privathäuser und sein eigenes Sommerhaus in Cranz. Am 2. Weltkrieg nahm er als Soldat teil, wurde aber ab 1940 für Aufgaben in der Landesplanungsstelle in Königsberg als unabkömmlich gestellt. Ab 1943 war er mit Bunkeranlagen beschäftigt und wurde 1944 Leiter der Dresdener Werkskunstschule einer Betonfirma. Nach dem Krieg entwickelte er für Dresden ähnlich wie Scharoun für Berlin Pläne für die Neugestaltung der Stadt, die keine Rücksicht auf die gewachsene Stadtstruktur nahmen, sondern Hochhauskomplexe und große Verkehrsachsen vorsahen. Bis 1949 war er zudem Leiter der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale. 1952 – 1966 war Hopp Präsident und Ehrenpräsident des Bundes Deutscher Architekten der DDR. Hier war er der Architekt des Kulturhauses des VEB Maxhütte in Unterwellenborn, der TBC-Heilstätte in Bad Berka, der Hochschule für Körperkultur in Leipzig, des „Intelligenzviertels“ in Berlin-Niederschönhausen, einer Siedlung an der Berliner Erich-Weinert-Straße[1] sowie verantwortlich für die Blöcke E und G der Häuser in der Stalin-Allee.

Heute dient die Mädchengewerbeschule als Offiziersheim der Baltischen Flotte)


[1] Maria Sizikowa, Bauhaus in Kaliningrad – in russischer Sprache, pictorica 2024 ISBN 978-5-907326-44-6, wiedergegeben: Iris Berndt, Bauhaus in Kaliningrad, Königsberger Bürgerbrief, Winter 2025, S. 30 f