Königsberger Fleck
13.01.2012
Rezept von Roswitha Ohlendorf, Hildesheim:
Zutaten für 4 Personen:
1 kg Rinderkutteln (Kalbsmagen)
500 g Markknochen
1 ½ Liter |
Fleischbrühe |
1 Stück |
Zwiebel |
3 Knollen |
Sellerie frisch |
1 |
Mohrrübe frisch |
1 |
Petersilienwurzel |
10 5 |
Pfefferkörner Gewürzkörner |
1 |
Lorbeerblatt |
1 Teelöffel |
Majoran |
1 Prise |
Salz |
1 Prise |
Pfeffer aus der Mühle |
Senf |
|
Essig |
Zubereitung:
Den Rindermagen vom Fleischer säubern lassen, in Stücke schneiden, mit den Knochen leicht gesalzen und mit Wasser bedeckt, bei kleiner Hitze 3 1/2 Std. kochen. Das geschnittene Gemüse, die Gewürze – außer dem Majoran – zufügen und 30 Min. mitkochen.
Fleck herausnehmen, in Würfel oder Streifen schneiden.
Fleck immer am Vortag zubereiten, damit er gut durchzieht.
Das Gericht sehr heiß auf den Tisch bringen und Senf, Essig, Salz, Pfeffer, und Majoran bereitstellen .
Tipp von Annegret Schlemminger: Zeitsparen beim Zubereiten von Fleck: Vor dem Kochen mit einer Schere zerkleinern !! Teppichschere zur Küchenschere umfunktioniert
Dazu das passende Gedicht von Ingrid Koch/Ostpreussen, herausgesucht von Roswitha Ohlendorf aus Hildesheim
Karlche kauft Fleck
Die Mutter sagt :” Fährst nache Stadt,
frag, ob der Fleischer Balschat hat,
Du weißt doch, der da anne Eck,
finf Pfund frischjekochte Fleck.
Wenn – hat er nich,na denn ,Jung, bring
mir so zehn Pfund vom Jeschling .”
Der Karlche macht e freud`jes Jesicht,
Fleck is auch sein Leibjericht.
Er fährt nach Treuburg und kauft ein :
fier die Oma Schiefelbein
Tilsiter Käse, scheen iin Scheiben,
un Opedeldok zum Einreiben,
Wirfelzucker fier die Mutter,
fierem Opa neues Bixenfutter .
Ja denn muß er noch holen
drei paar neue Stiefelsohlen.
Auch Bärenfang – e große Flasch –
verstaut der Karlche inne Tasch.
Nu is er beim Balschat anne Eck,
wo er kaufen soll die Fleck.
Wie er die nu jlicklich hat,
fällt ihm ein, daß inne Stadt
er noch soll besorjen heute
fier die lieben Nachbarsleute
e ganze Kann Petroljum.
Nei , der Karlche is nich dumm,
er guckt sich um, da huckt jerad
der Hund vom Bauer Christokat.
Kick an ,denkt Karlche,trifft sich gut,
bei dem laß ich nu stehn die Tut.
Auf dem kann einer sich verlassen.
Der wird auf die Fleck aufpassen!
Der Karlche weiß aus gutem Grund:
Der Astor is e scharfer Hund.
” Astor,” sagt er ” bewach die Fleck!”
Nu jeht er ganz jemietlich weg.
Kurz drauf, so nache Viertelstund`,
steht Karlche wieder vor dem Hund.
Astor leckt grad die Pfoten rein,
dann gähnt er noch un – schläft al ein.
Der Hund is voll,die Tut is leer,
un Karl versteht nu garnuscht mehr.
Der Bengel fährt bedribst nach Haus.
Die Mutter wettert – ei der daus-
“Der Krät is damlich al jeboren !”
Denn kricht er – rietz,ratz fier de Ohren.
Nu liegt der Karlche al im Bett
un denkt so bei sich : Ach nej hätt
ich bloß dem Pungel mitjenommen !
Wär´n wir nich um die Fleck jekommen.
Der Vater nimmt ihm ins Jebet :
“Nu sag mir man,Du asjer Krät,
wie kannst dem Hund die Fleck hinstellen?
Nu wird er bloß noch lauter bellen”!
De Karlche is nu eins jewiß:
Daß der Astor niemals e Wachhund is !