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Der Flugpionier Ferdinand Schulz

Der Flugpionier Ferdinand Schulz

16.06.2015

Ferdinand Schulz (1892 – 1929), Flugpionier und Weltrekordler, wurde am 18. 12. 1892 als erstes von 12 Kindern des Lehrers Ferdinand Schulz sen. in Pissau, Krs. Rößel, geboren. Weil die Einwohner sich ihres Dorfnamens schämten, gestattete man ihnen die Umbenennung in “Waldensee”. Das tangierte unseren Helden jedoch nicht. Er besuchte das Gymnasium in Braunsberg und wurde dann auf Wunsch des Vaters auf der Präparandenanstalt in Rössel und auf dem Lehrerseminar in Thorn zum Lehrer ausgebildet. Die Flieger des Heeres, die den Seminaristen ihr Fluggerät und ihre Fertigkeiten vorführten, weckten in Ferdinand die Leidenschaft für das Fliegen. Während des 1. Weltkriegs bewarb er sich deshalb bei der Luftwaffe, absolvierte eine Fliegerausbildung und nahm ab Ende Dezember 1917 als Flugzeugführer an der Frontkämpfen teil.

Mehrfach ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse, dem Verwundeten- und dem Fliegerabzeichen kehrte er als Staffelführer und Leutnant der Reserve in seine Heimat zurück, nachdem er sein Flugzeugs in Frankfurt/Oder abgeliefert hatte. Er wurde wieder Lehrer, ab 1923 an der katholischen Volksschule in Neumark, Kreis Stuhm.

Zur Befriedigung seiner Flugleidenschaft bastelte er sich ein Segelflugzeug, zusammengesetzt aus Besenstielen, Latten, Blech, Draht und Leinwand. Damit übte er auf der Kurischen Nehrung. 1924 stellte er in Rossitten auf der Kurischen Nehrung einen Weltrekord auf, indem er, von dort startend, mit einem Segelflugzeug, seiner “Besenstielkiste Nr. 3”, 8 Stunden 42 Minuten in der Luft blieb.

Im Mai 1926 hoben die Siegermächte des 1. Weltkriegs das Flugverbot für Motorflugzeuge auf und eröffneten so Ferdinand Schulz neue Flugmöglichkeiten. Ab 1926 war er Fluglehrer in Rossitten, ab 1927 Lehrer in Marienburg und parallel dazu stellte er neue Flugrekorde in punkto Flugdauer und Flughöhe auf. Im selben Jahr, am 17. 6. 1927, stürzte er mit einem Motorflugzeug auf dem Flugplatz von Danzig-Langfuhr ab und wurde dabei schwer verletzt. Er genas jedoch von seinen Verletzungen..

Anläßlich einer Schauflug-Veranstaltung zur Einweihung eines Kriegerdenkmals stürzte er dann jedoch am 16. 6. 1929 auf dem Marktplatz von Stuhm zusammen mit seinem Kopiloten Kaiser tödlich ab. Nacheinander waren beide Tragflächen abgebrochen. Er wurde auf dem Waldfriedhof in Heilsberg unter großer Anteilnahme feierlich bestattet. Ihm zu Ehren wurde in Bayern nach dem 2. Weltkrieg die Zufahrtsstraße zum alten Flughafen München-Oberschleißheim mit dem Namen „Ferdinand-Schulz-Allee“ getauft und die Besenstielkiste befindet sich heute im Deutschen Museum in München

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