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General Graf Bülow von Dennewitz in Grünhoff und die Kriegsbeute von Waterloo

General Graf Bülow von Dennewitz in Grünhoff und die Kriegsbeute von Waterloo

02.06.2015

Graf Friedrich Wilhelm Graf von Bülow (16. 2. 1755 – 25. 2. 1816) gehörte neben Feldmarschall Blücher und General York von Wartenberg zu den bedeutendsten preußischen Heerführern der Befreiungskriege gegen Napoleon. Als Kommandeur der Nordarmee unter dem Oberbefehl des schwedischen Kronprinzen Bernadotte bestimmte er wesentlich den Ausgang der Schlachten bei Luckau (4. 6. 1813) und bei Großbeeren bei Berlin am 23. 8. 1813 und errang den Sieg in der Schlacht bei Dennewitz am 6. 9. 1813. Daraufhin ernannte man ihn 1814 in Paris zum Grafen von Dennewitz. Sein rechtzeitiges Eingreifen in der Schlacht bei Waterloo trug wesentlich zum Sieg der Alliierten über Napoleon bei. Am 1. 6. 1815 erhielt er zum Dank des Königreichs als Dotation die königliche Domäne Grünhoff im Samland samt mehrerer Vorwerke zusammen mit der Domäne Neuhausen bei Königsberg. Am 25. 2. 1816 starb General von Bülow an den Folgen einer Erkältung, die er sich auf der Jagd in Neuhausen zugezogen hatte.

Das 15. Infanterie-Regiment, dass der General Bülow von Dennewitz in der Schlacht von Waterloo geführt hatte, eroberte während der Gefechte die Kutsche Napoleons. Zur Erinnerung erhielt der General des Kaisers silberne Sporen, ein prunkvolles Jagdgewehr und ein grünsamtenes Wagenkissen mit goldgesticktem „N“. Diese Gegenstände wurden in Grünhoff aufbewahrt, zusammen mit verschiedenen Ehrengaben aus dieser Zeit. Dazu gehörten eine KPM-Tasse mit Bülows Porträt und dem Schlachtplan von Waterloo sowie dem Spruch „Er kam zur rechten Stunde“, ein KPM-Pokal mit Allegorien der 3 Schlachten von 1813 – eine Ehrengabe der Offiziere seines Stabes – und ein silbervergoldeter Münzhumpen vom E. 17. Jh. – vermutlich in Königsberg hergestellt und mit Silbermünzen aus der Reformationszeit verziert – mit der Gravur „Dem vaterländischen Helden Herrn Grafen Bülow v. Dennewitz ehrfurchtsvoll geweihet und übergeben von der Stadt Königsberg in Preußen am 18. Januar 1816“ sowie ein schön gebundenen Festgedichts anlässlich seiner „glorreichen Zurückkunft zu Königsberg in Preußen am Friedensfeste den 18ten Januar 1816“. Ein Großteil dieser Gegenstände konnte von der Familie rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Das Prunkgewehr war mit anderen Waffen zusammen bei der Plünderung von Schloss Grünhoff in den ersten Februartagen 1945 zerstört worden. Ein Offizier erkannte aber die Embleme am Gewehr, entzifferte die Inschriften und sammelte die Bruchstücke ein. Nachdem er nach Moskau zurückgekehrt war, schenkte er diese Gewehrteile dem Schriftsteller Ilja Ehrenburg, der die Schäden im Armeemuseum reparieren ließ und das Gewehr dann in seiner Wohnung aufbewahrte. Als versöhnliche Geste anlässlich eines Freundschaftsbesuches in Paris am 15. 2. 1967 übergab er die Flinte mit Einverständnis seiner Regierung dem französischen Kultusminister André Malraux. Heute ist es im Pariser Musée de la Chasse et de la Nature ausgestellt.

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