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Die Bürger von Kaliningrad fürchten wegen Aufrüstung um EU-Kontakte

08.12.2011

Wer in Kaliningrad lebt, blickt nach Westen. Geschäftskontakte in die EU- und Nato-Nachbarn Polen und Litauen sind für viele längst ebenso Alltag wie Reisen nach Deutschland. Von Kaliningrad nach Berlin sind es nur 550 Kilometer, in die eigene Hauptstadt Moskau ist es mehr als doppelt so weit. Die EU-Konsulate kommen mit der Ausgabe von Schengen-Visa kaum hinterher, die polnische Gesandtschaft hat mit 100 000 Einreiseerlaubnissen gerade die Auslastungsgrenze erreicht.

Militärisch spielte Russlands Vorposten, ein Gebiet etwa von der Größe Schleswig-Holsteins, zuletzt kaum noch eine Rolle. Kaliningrad wurde in den 1990er Jahren radikal abgerüstet, Dutzende Armeeobjekte wurden aufgelöst. Stationiert ist hier derzeit nur die Baltische Flotte mit etwa 25 000 Mann. Nun kommt die schwere Technik zurück: Mit ihrem Radarsystem kann die russische Armee nicht nur ballistische Interkontinentalraketen beim Start orten, sondern auch Kurz- und Mittelstreckenraketen sowie Marschflugkörper anpeilen.

Diese Entwicklung lässt viele Kaliningrader Bürger um ihre zukünftigen Chancen in Europa fürchten. Sie warnen davor, die ehemalige militärstrategische Rolle Kaliningrads wiederaufleben zu lassen. Vielleicht handelt es sich bei den Vorstößen der russischen Politik ja aber nur um das obligate Säbelrasseln vor Verhandlungen, um eine günstigere Ausgangsposition bei den heutigen Gesprächen mit den NATO-Außenministern zu gewinnen

(europe online, 7. 12. 2011)

 
 
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