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See der toten Kinder

31.01.2012

Die Rote Armee machte sich 1945 daran, auch Pommern zu erobern und belagerte gerade die Stadt Kolberg (Kolobrzeg). Auf dem nahen Fliegerhorst Kamper See (Resko Przymorskie) herrschte noch reger Flugverkehr. Vor allem Kinder wurden ausgeflogen, darunter viele, die durch die Kinderlandverschickung nach Pommern gekommen waren. 4000 bis 12 000 sollen, Schätzungen zufolge, gerettet worden sein. Aber es gab auch Verluste. Ein Wasserflugzeug sollte am 5. März 75 Kinder nach Westen bringen, wurde aber bald nach dem Start von sowjetischen Panzern abgeschossen und versank im Kamper See.

Das alles hätte eine unbekannte Episode des Zweiten Weltkriegs bleiben können. Doch 2009 organisierten zwei Museen in der Region und der Historiker Aleksander Ostasz einen aufwendigen Tauchgang im Kamper See. Der metertiefe Schlick im See erschwerte die Suche und die Sicht. Doch Ostasz, bis vor Kurzem Chefredakteur der Zeitschrift "Nurkowanie" (Tauchen), und seine Mitstreiter ließen nicht locker. Jetzt hat sich eine deutsch-polnische Initiative gebildet, die das Flugzeug und die Leichen bergen will, wobei sich die Aufmerksamkeit sehr stark auf das Schicksal der Verunglückten richtet, denen man ein würdiges Begräbnis ermöglichen will.

Aber die Aufgabe ist gewaltig, außerdem "technisch und moralisch schwierig", sagt der Historiker Ostasz. Erst müsse die genaue Ortung und Untersuchung des Wracks stattfinden. Als zweiten Schritt sieht Ostasz die Errichtung einer Larsenwand (Spundwand) rund um das Wrack, was durch die geringe Wassertiefe erleichtert würde. Dann folge das Abpumpen des Wassers und das Bergen des Flugzeugs und der Leichen. Das wird aber kosten. Die Initiativgruppe spricht nach einer ersten Schätzung von 600 000 Zloty (etwa 140 000 Euro). Man hofft auf deutsche Sponsoren.

(Die Welt, über Walter Mogk, 30. 1. 2012)

 
 
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