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Schmuggel zwischen der Oblast Kaliningrad und Polen

12.04.2012

Der Schmuggel mit Alkohol, Zigaretten, Benzin und allen möglichen anderen Dingen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der es den Arbeitslosen auf beiden Seiten der russisch-polnischen Grenze erleichtert, zu überleben. Der Ethno-Soziologe Mathias Wagner hat ein Jahr lang bei Schmugglern in den nordöstlichen Grenzregionen von Polen gelebt und dabei seine Beobachtungen gemacht. Fahrräder, präparierte Autos, aber auch ganze Busse, selbst der regelmäßig verkehrende Linienbus nach Kaliningrad werden für die zollfreie Einfuhr genutzt. Die Einzelmengen bleiben immer unterhalb des Straftatniveaus, damit bei Erwischen allenfalls Bußgelder drohen, die bei einem bis zum Vierfachen des regulär durch Arbeit zu erzielenden Einkommens liegenden Gewinn einkalkuliert sind.

Es gibt aber auch Schmuggel in größerem Stil. So füllte eine Brauerei in Kaliningrad ihren Wodka in Bierflaschen ab, weil Bier wegen des geringen Alkoholgehalts in größeren Mengen mitgeführt werden darf. Die Zigaretten, die eigens für den Schmuggel produziert werden, liefern die russischen Hersteller vertriebsgerecht gleich mit Steuerbanderolen aus. Das Schmuggel-Netzwerk ist hier so ausgefeilt, dass die heiße Ware nur selten vom Zoll entdeckt wird.

(Südkurier, 11. 4. 2012)

 
 
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