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Gastgeber in Ostpreußen

Adebar-Reiseteam: Individual- und Studienreisen Ostpreussen/Baltikum
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Vor 160 Jahren wurde der Kammerherr v. Oldenburg-Januschau geboren

20.03.2015

Elard von Oldenburg-Januschau (20. 3. 1855 – 15. 8. 1937) wurde in Beisleiden, heute Bezledy, unweit von Pr. Eylau als Sohn des Gutsherrn Botho von Oldenburg und seiner Frau Marie, geb. v. Arnim, geboren Nach der Schulzeit, die er ohne Abitur beendete, trat er ins Heer ein und war Zeit seines Lebens ein begeisteter Soldat. Er war Mitglied des Kreistages des Kreises Rosenberg, in dem sein Gut Januschau lag, Mitglied des Provinziallandtags, Chef der Kreissparkasse Rosenberg, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer für Westpreußen, Mitglied des preußischen. Herrenhauses und Mitglied des Reichstags. Aufgrund der Fülle seiner Ämter vermittelte ihn der Oberpräsident von Ostpreußen an den Hof, wo er zum Kammerherrn avancierte. Er war aber nicht nur Politiker, sondern auch ein volkstümliches ostpreußisches Original. Hans Graf von Lehndorff, der Verfasser des „Ostpreußischen Tagebuchs“, war sein Enkel.

V. Oldenburg bewirtschaftete ab 1883 sehr erfolgreich Gut Januschau im Kreis Rosenberg. 1884 heiratete er Agnes Gräfin von Kanitz aus dem Haus Podangen. 1901 Abgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus für den Wahlkreis Elbing-Marienburg und 1902 als Deutschkonservativer Abgeordneter im Reichstag. Er ergriff des Öfteren das Wort und war wegen seiner Debattenbeiträge geschätzt, von seinen Gegnern auch gefürchtet. Sein meist umstrittener Debattenbeitrag war (1910): :”...Der König von Preußen und der deutsche Kaiser muß jeden Moment imstande sein, zu einem Leutnant zu sagen: Nehmen Sie zehn Mann und schließen Sie den Reichstag!”

Bei den Reichstagswahlen 1912 fiel er durch. Noch einmal, 1930 - 1932, kam der nun alte Januschauer als Abgeordneter in den Reichstag, wo er durch Zufall unmittelbar neben Josef Goebbels saß und sich mit Wilhelm Pieck auseinandersetzte. Elard von Oldenburg war es, der auf die Idee kam, Gut Neudeck im Rahmen einer Stiftung zu erwerben und es dem von vielen Deutschen, insbesondere natürlich von den Ostpreußen verehrten Feldmarschall zu schenken. Zunächst gewann er Interesse und Mittel für sein Vorhaben bei den Kriegervereinen, sehr bald aber auch und in erheblich größerem Umfang bei wesentlichen Vertretern der Großindustrie. Das erforderliche Kapital kam zügig zusammen und der Geheimrat Duisberg konnte dem gerührten Feldmarschall anläßlich seines 80. Geburtstages 1927 die Schenkungsurkunde überreichen.

Elard von Oldenburg-Januschau war auch ein geschickter Landwirt, der dank guter Bewirtschaftung seinen ererbten Landbesitz stark vergrößern konnte. Zum ursprünglichen Gutsareal von 1.200 ha erwarb er 1885 das Vorwerk Brausen mit 950 ha und das Waldgut Zollnick mit 675 ha hinzu, weiterhin 1905 das Gut Sardienen im Krs. Pr. Eylau mit 235 ha, 1910 das Gut Lichterfelde bei Eberswalde, Barnim, mit 950 ha. und einige Jahre später noch das Gut in Biegen unweit Frankfurt/Oder.

Für seine Gutsarbeiter und Gutsangestellten war er die höchste Instanz. Und diese Autorität ließ er sich auch in den Zeiten der Revolution nach dem 1. Weltkrieg nicht nehmen. Als einer der Knechte sich auflehnte, ging er sofort zu ihm aufs Feld, packte ihn am Ohr und fragte ihn: "Wer regiert in Jaunschau?". Als der nicht antwortete, schrie er ihn an"Ich hau Dir in die Fress, daß du Kopp stehst." Damit waren die Fronten geklärt, die Revolution auf seinem Gut fand nicht statt.

 
 
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