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Erinnerung an den Schauspieler Paul Wegener

13.09.2018

Paul Wegener (11. 12. 1874 – 13. 9. 1948) wurde in Jerentowitz/Arnoldsdorf bei Graudenz in Westpreußen als Sohn eines Rittergutsbesitzers und Kaufmanns geboren. Im Hause des Vaters trafen sich Theodor Storm, Johannes Brahms, Clara Schumann und Emanuel Geibel. Die Mutter stammte aus Hamburg. Paul Wegener war Vetter des Meteorologen, Polar- und Geowisenschaftlers Alfred Wegener.

Die Familie Wegener zog nach Bischdorf im Kreis Rössel, als Paul 6 Wochen alt war. Im Alter von zwei Jahren verlor er die Mutter durch den Tod. Der Vater kümmerte sich kaum um seine Erziehung. Er wuchs im Pächterhaus des 1807 von den Franzosen zerstörten bischöflichen Jagdschlosses Bischdorf auf und berichtete später von seinen Lausbubenerlebnissen in seinem Heimatdorf. Nach dem Besuch des katholischen Kreisgymnasiums in Rößel ging er auf das Kneiphöfische Gymnasium in Königsberg, wo er seine Neigung zum Theater entdeckte und zusammen mit Kommilitonen den dramatischen Kreis „Melpomene“ gründete. 1894 legte der die Abiturprüfung ab und studierte dann Jura, Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg/Br. und Leipzig. Doch seine Theaterneigung gewann die Oberhand. Schon in Leipzig nahm er Schauspielunterricht bei Oscar Borcherdt. Ein erstes Engagement erhielt Paul Wegener in Rostock, weitere Stationen waren Koblenz, Bromberg, Aachen, Magdeburg, Wiesbaden und Hamburg. Dann trat er in Berlin auf, und zwar ab 1906 bei Max Reinhard am Deutschen Theater, bei Heinrich George im Schillertheater (1938 – 1943) und bei Gustav Gründgens im Staatlichen Schauspielhaus. Auch in der jungen Sparte des Films trat er von Anfang an als Schauspieler und Produzent in Erscheinung (so z. B. „Der Golem - wie er in die Welt kam“ von 1920, Rollen als Mephisto, König Ödipus, Macbeth, Othello, Shylock u. a.). 1913 spielte er erstmals in einem Film mit, und zwar in dem Streifen „Der Student von Prag“. Auch die nächste große Partie in „Der Golem“ (1914) wurde ein großer Erfolg. Der Theaterkritiker Alfred Kerr hielt große Stücke auf Wegener. Bis 1945 spielte er 22 Haupt- oder tragende Rollen in Filmen, u. a. in dem Durchalteepos „Kolberg“ (1944/45), in dem er den Festungskommandanten Ludwig Moritz von Lucadou verkörperte. In 7 Filmen führte er Regie. Dennoch blieb er dem Theater treu, dem er sich besonders auch nach dem Krieg sehr widmete. In Ostberlin wurde er Präsident der „Kammer der Kunstschaffenden“

Paul Wegener war fünfmal verheiratet: mit Ida Ahlers 1896, Scheidung nach 2 Jahren; mit der Opernsängerin Änny Hindermann 1903, Scheidung 1924; 1924 mit der Prager Schauspielerin Lyda Salmonova, Scheidung nach 2 Jahren; mit Greta Schröder 1926, Trennung auch wieder bald; mit der Theaterschauspielerin Elisabeth Rohwer war er dann seit 1931 offenbar längere Zeit zusammen und dieser Ehe entstammt der Sohn Peter P. Wegener (1917 – 2008), Physiker und anerkannter Spezialist für hypersonische Gasdynamik und ihrer Kanäle, der in den USA lebte. Paul Wegener wurde auf dem Friedhof an der Heerstrasse beigesetzt.[1]

Kürzlich wurden etliche Dokumente und Fotos aus dem Leben Paul Wegeners entdeckt. Nach wissenschaftlicher Auswertung sollten sie 1999 in Frankfurt/M. in einer Ausstellung veröffentlicht werden



[1] Uwe Klöckner-Draga, Charkterdarsteller mit exotischem Image, PAZ Nr. 37/2008 (13. Sept.), S. 14

 
 
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