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Rudolf Wermke, ein ostpreußischer Industriepionier

24.09.2018

Rudolf Wermke (21. 9. 1842 – 1897) stammt aus Stolzenberg im Kirchspiel Hermsdorf-Pellen des Kreises Heiligenbeil. Sein Vater war Schmiedemeister. Er setzte dessen Werk fort und fing mit einer kleinen Pflugschmiede an, um die bis dahin üblichen Holzpflüge mit eisernen Schaaren durch effektivere neue Pflüge aus Eisen und Stahl zu ersetzen. Die Geschäfte liefen gut und man konnte sich bald vergrößern. Ab 1882 besaß er die erste ostpreußische Landmaschinenfabrik mit Dampfmaschinenbetrieb und 20 Schmiedefeuern, deren Produkte dank guter Qualität schon 1895 mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Man produzierte Drillmaschinen, Eggen, Grubber, Krümmer, Walzen und später auch Düngerstreuer, Pferderechen, Heuwender, Häcksler und Rübenschneider. Die Fabrik erwarb sich aufgrund des Hauptproduktes den Ruf als „ostdeutscher Pflugbauer“. Als Rudolf Wermke auch die Ostdeutsche Maschinenfabrik Heiligenbeil erworben hatte, schmeichelte man ihm als dem „Heiligenbeiler Krupp“. Aber es gab auch Probleme mit dem Personal: ähnlich heute fehlten Fachkräfte, besonders auf dem platten Land. Deshalb ließ Wermke für seine Mitarbeiter vorbildliche Arbeiter- und Beamtenhäuser errichten und sorgte für eine beispielgebende Arbeiterfürsorge

Durch die Umwandlung des Unternehmens 1897, nach Wermkes frühem Tod aufgrund eines Herzleidens, in die „Ostdeutsche Machinenfabrik vorm. Rud. Wermke AG“, ging es weiter aufwärts. Ab 1903 leitete über dreißig Jahre lang Friedrich Bartels die Fabrik. Er erweiterte die Montagehalle, gründete eine Schlossereiabteilung und eine Firmenniederlassung in Tilsit. Erst die Nationalsozialisten machten Bartels so viele Schwierigkeiten, weil er nicht in die Partei eintreten wollte, dass er sich 1935 aus dem Unternehmen zurückzog. Der Erfolg der Produkte aus dieser Fabrik hielt jedoch bis zum 2. Weltkrieg an. Der Export erstreckte sich vornehmlich nach Russland, Rumänien und Ungarn, aber auch nach Italien, Südamerika und Südafrika. Eine Neugründung in Westdeutschland nach der Flucht aus Ostpreußen gelang jedoch nicht. Die Werksanlagen existieren heute noch und beherbergten seit 1949 wohl ein Fischkombinat.

 
 
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