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Erinnerung an den General der Befreiungskriege Graf Bülow von Dennewitz

16.02.2020

Friedrich Wilhelm von Bülow (16. 2. 1755 – 6. 2. 1816) wurde in Falkenberg bei Seehausen, Landkreis Stendal in der Altmark, als dritter von 5 Brüdern geboren. Er war musisch begabt und trat als Komponist auf. Seine Liebenswürdigkeit und seine Bildung wurden sehr gelobt. Als junger preußischer Adliger schlug er dennoch die militärische Laufbahn in der preußischen Armee ein. 1794 wurde er Major und 1797 Chef des Füsilierbataillons Nr. 24. 1806 erfolgte seine Ernennung zum Oberst und 1808 zum Generalmajor. Als Stellvertreter von General Yorck ernannte man ihn 1812 zum stellvertretenden Generalgouverneur von West- und Ostpreußen.

Mit Beginn des Freiheitskrieges gegen Napoleon wurde er zum Generalleutnant befördert und übernahm als kommandierender General die Führung des III. Armeekorps. Als Befehlshaber bestimmte er wesentlich den Ausgang der Schlachten bei Luckau (4. 6. 1813) und bei Großbeeren bei Berlin (23. 8. 1813) und siegte in der Schlacht bei Dennewitz am 6. 9. 1813 über den französischen Marschall Michel Ney, womit er Berlin endgültig vor den Franzosen rettete . Als Auszeichnung dafür erhielt er das Eichenlaub zum Pour le Mérite.

An der Völkerschlacht bei Leipzig nahm er als Kommandierender eines Armeekorps teil und gewann etliche weitere Schlachten, eroberte Holland und Belgien und erstürmte letztlich den Montmartre in Paris. Große Ehrungen blieben nicht aus. Er erhielt den Roten Adlerorden 1. Klasse, das Großkreuz des Eisernen Kreuzes, wurde vom König zum Ritter des Schwarzen Adlerordens geschlagen und als Bülow von Dennewitz in den Grafenstand erhoben. Als der Krieg mit den Rückkehr Napoleons nochmals aufflammte, leistete er in der Schlacht bei Waterloo einen erheblichen Beitrag zur endgültigen Niederlage Napoleons.

Am 1. 6. 1815 erhielt Graf Bülow von Dennewitz als Dotation die königliche Domäne Grünhoff im Samland zusammen mit der Staatsdomäne Neuhausen bei Königsberg und mit den Grünhoff-Vorwerken Radnicken, Kupzan und Natzau. Er starb in Königsberg an den Folgen einer Erkältung, die er sich anlässlich einer Jagd in Neuhausen zugezogen hatte. Als Heerführer wurde er nie geschlagen. 1843 wurden seine sterblichen Überreste vom Friedhof der Königsberger Reformierten Gemeinde in ein Mausoleum, eine achteckige Begräbniskapelle, in Grünhoff überführt. Diese Kapelle wurde 1945 von den sowjetischen Soldaten geplündert und zerstört, Schloss Grünhoff existiert noch – siehe hier.

Zu dem Auftrag des Königs an Christian Daniel Rauch, für die fünf ruhmreichen preußischen Generäle der Befreiungskriege Denkmalsstatuen zu entwerfen, gehörte auch Graf Bülow von Dennewitz. Diese Standbilder wurden von der DDR von ihrem Platz vor der Neuen Wache entfernt, aber 1963 wieder aufgestellt – bis auf das von Graf Bülow. Den Hintergrund für diese Zurücksetzung fand der Ururenkel Joachim Albrecht Graf Bülow nach intensiven Recherchen heraus: die DDR-Historiker hatten den General mit seinem Bruder, dem Schriftsteller Heinrich Dietrich von Bülow verwechselt und der hatte sich in der Tat den Russen gegenüber derart kritisch und abfällig geäußert, dass man dem russischen Brudervolk dessen Statue auf prominentem Platz nicht zumuten wollte.

 
 
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