Zu den wenigen originalen Überresten der Altstadt gehört St. Nicolai, die Kirche der Kaufleute und Schiffer. Sie wurde ab 1238 oder1240 als dreischiffige Basilika in Stein errichtet. Aus dieser Zeit stammen vermutlich die Grundmauern des Chors und die beiden östlichen Pfeilerpaare des Mittelschiffs. Erweiterungen nahm man im Zeitraum 1340 – 1355 vor, die ursprünglichen Westtürme kamen um 1380 hinzu.

Im 15. Jh. wandelte man das Gotteshaus um in eine Hallenkirche, wobei sie eine äußerliche Ähnlichkeit mit der Marienkirche in Danzig entwickelte. Die Kapellen in den Seitenschiffen stifteten in dieser Zeit reiche Elbinger Bürger.

Ein großer Stadtbrand 1777, ausgelöst durch ein Frühlingsgewitter, brachte auch für die Nicolaikirche schwere Beschädigungen, vor allem an den Gewölben. Einige der Gewölbe stellte man danach nicht wieder her. Den Chor und die Seitenschiffe passte man durch Erhöhung der Außenwände der Höhe des Mittelschiffs an und überdachte die drei Schiffe durch geradlinige Satteldächer. Nachdem ein anderer Blitz 1786 den Turm – genannt der „Grüne Turm“ – zerstört hatte, trug man die Westfassade ab und errichtete erst wieder 1907 einen 95 m hohen Turm im Zeitgeschmack. Bei der Restaurierung nach dem 2. Weltkrieg wurde der Turmhelm wieder nach den Plänen von 1603 für den damaligen Mittelturm, den „Grünen Turm“, rekonstruiert.

Die beiden Hauptportale im Norden und im Süden zeigen noch den mittelalterlichen Schmuck aus Formsteinen, Terrakotten und Glasurziegeln.

An der Nordseite des dreischiffigen Chors befindet sich die Marienkapelle von ca. 1350 mit Sterngewölben, auf der Südseite die Sakristei von etwa 1400, darüber eine Empore von 1403 mit Sterngewölben.

Im südlichen Kirchenschiff legte man 1925 Wandmalereien frei – eine Kreuztragung und eine Kreuzigungsszene, die aus der Zeit um 1390 stammen, sowie die Marienklage von etwa 1400.

Ausstattung: