Ostpreußen

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Gracewka – Craam/Kraam

Das urkundlich erstmals 1463 erwähnte Dorf Craam war mit den eingemeindeten Cöllmischen Dörfern Pokalkstein, Plautwehnen und Schnarlings sowie den Gütern Klycken und Plinken die flächenmäßiggrößte Landgemeinde des Kreises Fischhausen. Die Familien Wenk und Schneege waren hier seit über 500 Jahren ansässig. Eine Schule existierte bereits um 1700. Das Gebäude der Schule von 1938 auf dem Platz der 1936 abgebrochenen alten Schule besteht auch heute noch und wird als Kulturhaus genutzt. Es gab zwei Klassenräume mit Fenstern zum Dorfteich. Darüber befanden sich Räume für den Werkunterricht mit einer Küche. Im Krieg war dort ein Kindergarten untergebracht. In einem anderen Gebäudeflügel gab es zwei Lehrer-Wohnungen, im EG für Lehrer Eschholz und im OG für die Lehrerin Harnack. In den 1990er Jahren richtete man in der alten Schule eine Handarbeitsstube für Kinder ein sowie ein Spielzimmer für die kleineren Geschwister. Mit Hilfe der deutschen Unitarier entstand daraus das „Kinderhaus Sonnenschein“. Der Uhrturm über dem Eingang vom Königsberger Uhren- und Schmuckgeschäft Bistrick existiert ebenfalls noch. Weithin bekannt waren die Linden von Craam aus dem Anfang des 17.Jhs. um den Gasthof herum. Vor 1945 wohnten etwa 550 Einwohner in Craam.

Das Freigut auf der anderen Straßenseite gegenüber der Schule gehörte ab 1642 der Familie Morr. Weiterführende Informationen wurden nicht gegeben.

[size= small]Gut Klycken mit einer Fläche von ca. 270 ha wurde 1930 vom Besitzer Fritz Scharfetter an die Ostpreußische Landgesellschaft verkauft, die das Land in Parzellen von 12 bis 18 ha aufteilte und an Neusiedler übergab. Die Bauernhöfe in Plautwehnen dagegen – drei Freigüter und fünf Eigenkätner zu Beginn des 19.Jhs. – wurden im Laufe der Zeit zu einem Gut von 156 ha zusammengefasst. Dessen letzter Besitzer war Ernst Friedrich Heister, der vermutlich einer ngesessenen Plautwehner Familie entstammte. Im Jahr 2010 existierte das Gutshaus noch und wurde von mehreren Parteien bewohnt.[/size][1] Der Ort Plautwehnen wurde 1331 erstmals urkundlich erwähnt.1480 erhielt hier der Krüger Simon in Craam das Krugrecht bestätigt sowie zwei Haken Land (ca. 25 ha) verschrieben. Auch in Pokalkstein hatten sich im Laufe der Zeit zwei Güter von 238 ha bzw. 203 ha gebildet, die zuletzt Friedrich Heinicke bzw. Max Liedtke gehörten.[2]

Zu Craam gehörte das Pokalksteiner Moor; das teilweise 3 Meter mächtig war und guten Brenntorf lieferte. Aber auch die Flora war sehr vielseitig. Das malerische Schönwalder Wiesental von Craan bis zum Rauschener Mühlenteich wird von der Katze durchflossen. Das Flüßchen Katze oder Katza kam aus der Nähe der Försterei Katzkeim, führte zum Mühlenteich in Rauschen und hieß von dort bis zur Einmündung in die Ostsee “Rauschener Mühlenfließ“.

Westlich von Craam an der Katze bei Lesenkowo – Plinken am Rande des Schönwalder Tals gab es den Burgwall am Pillberg, der zu bedeutendsten Bauwerken dieser Art im Samland gezählt wurde. Er diente kaum als allgemeine Verteidigungseinrichtung, denn er war von der Spitze des Pillberges aus einsehbar. Vermutlich handelt es sich um eine prußische Kultstätte im Gebiet des obersten Kriwen und Zufluchtsort für ihn und die Priesterschaft. „Pilberg“ war die prußische Bezeichnung für einen Burgwall.

Von der Höhe des Dorfes Craam hatte man einen schönen Blick auf Gut Plinken, zur Ordenszeit als Poplyncken im Besitz des sudauischen Prußen Mylcko, 1562 von Herzog Albrecht dem Severus Schwarz verschrieben und im 19. Jh. im Besitz des Rudolph Freiherrn von Printz (23. 9. 1818 – 7. 11. 1885), ein begabter Bildhauer, Offizier und Landwirt. König Friedrich Wilhelm IV. nahm seine künstlerischen Fähigkeiten wahr und regte ihn zu einem Studium in Berlin und Paris an. Er schuf vor allem Tierplastiken, u. a. für das Alte Museum in Berlin. Er wurde auf dem Kirchhof von St. Lorenz begraben.



[1] Renate Schmalz-Lunau, die Lupine aus Plautwehnen in Unser schönes Samland, Frühling 2011, S. 76; Hans Georg Klemm, Gut Plautwehnen – Eine ländliche Idylle, Unser schönes Samland, Herbst 2017, S. 25
[2] Hans-Georg Klemm in Unser schönes Samland, Sommer 2008, S. 18

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