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Cvetnoe – Kallen

Das Dorf nordöstlich von Fischhausen wurde erstmals 1331 als Kaldeyn erwähnt. 1333 verschrieb der samländische Bischof Johannes seinem Dolmetscher Nicolaus hier Land. 200 Jahre später, 1527, verschrieb Herzog Albrecht den Herren Peter von Kallen, Bernhard Nichts und Peter Rasse das hiesige Land. Dieses erwarb 1583 Sigismund von Kohndorff oder Kirschendorff, einer Familie aus der Steiermark entstammend, auch „der Dicke“ genannt. Er starb 1620 als herzoglicher Rat, und man munkelte, dass er von seinen Gutsuntertanen ermordet wurde. Den Besitz übernahm sein Schwiegersohn v. d. Ölsnitz, von dem es 1630 der reiche Obrist-Wachtmeister Andreas von Mohrenberg käuflich erwarb. Weitere Eigentümer waren ein 1739 gestorbener Herr v. Kalsow, Obrist und Commandeur bei dem v. Glaubitz’schen Regiment und verheiratet mit einer Mohrenberg,[1] ein Herr von Tippelskirch und ein Oberst von der Heydt oder Hardt. 1782 erschien der Kammerpräsident Gottlieb von der Goltz als Eigentümer von Kallen und Compehnen und das Gut blieb bis zuletzt im Besitz von dessen Familie. Letzter deutscher Eigentümer war Oskar v. d. Goltz. Das Gutshaus wurde 1905 ausgebaut. Heute ist von Gut Kallen nichts geblieben als die Erinnerung.[2]

Zur Bewirtschaftung des Gutes gehörte die Aufzucht von Trakehnern. Die Stuten standen auf dem Vorwerk Bruch, die Hengste auf dem Nachbargut Finck in Ziegenberg. Jährlich gab es auf dem Hof einen „Remonte-Markt“, wo auch die Bauern der Umgebung ihre Trakehner der Remontierungs-Kommission anboten.

Oskar Freiherr v. d. Goltz galt als einer der besten Pferdekenner der Provinz. Er kaufte meist junge Pferde von einem halben Jahr in den östlichen Kreisen – Goldap, Stallupönen, Gumbinnen – auf und zog sie in Kallen groß. Auf diese Weise konnte er jedes Jahr der Militärkommission zum Ankauf für die Armee etwa 30 dreijährige Remonten präsentieren, die allgemein sehr begehrt waren. Die Preußische Gestütsverwaltung kaufte auf den Hengstmärkten mehrere Beschäler aus seiner Zucht oder Aufzucht.



[1] Aus Oskar Schlicht, Das westliche Samland, abgedruckt in Unser schönes Samland, Sommer 1986, S. 12 f
[2] Werner Nagel, Unser schönes Samland, Frühling 2010, S. 79

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