Sulowo – Schulen

Der Ort erhielt seine Handfeste 1335.

Die schöne Kirche baute man ca. 1380 – 1400, vermutlich anstelle einer Kapelle, abseits des Dorfes als Backsteinkirche auf Feldsteinsockel, die anfänglich auch die Funktion einer Fliehburg einnahm. Sakristei mit Kreuzrippengewölbe. Siebenteiliger Staffelgiebel im Osten. Vorhalle im Süden aus dem 17. Jh.

Innen flache Decke.

Ausstattung:

Das große Gutshaus abseits des Dorfes aus den Anfängen des 20. Jhs. ist noch recht gut erhalten und beherbergt heute eine Privatpension mit Reitsportmöglichkeiten. Vom alten Park blieben nur einige Bäume stehen.

1943 wurde der aus Guttstadt stammende Georg Hippel (1905 – 1945), 1929 zum Priester geweiht, kommissarischer Verwalter der Pfarrei Schulen. Zunächst flüchtete er vor den einströmenden Sowjets, kehrte dann jedoch aus seelsorgerischen Gründen in seine Gemeinde zurück. Auf einem Gang nach Wuslack wurde er von Rotarmisten, die es gerade auf Pfarrer abgesehen hatten, festgenommen und starb recht qualvoll.[1]

Pfarrer Ernst Woelky, einst Pfarrer in Sensburg, der nach der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee noch einige Monate in der Heimat zubrachte und viel über Land kam, berichtete, dass in dem Ort Schulen mit einst 400 Einwohnern etwa 90 Menschen, vornehmlich Frauen und Kinder, von den Sowjetsoldaten noch nach den Kampfhandlungen ermordet wurden (siehe: http://www.opfergang.de/o_woelki.htm).

Der in Schulen geborene Pater Canisius betreut heute die Dominikanerkirche in der durch seine Silberminen bekannten Stadt Potosi in Bolivien, restauriert die dortige zerfallende Klosterkirche und sammelt für ein Kinderheim



[1] Hinrich E. Bues, Der Gute Hirte veließ seine „Schafe“ nicht“, PAZ Nr. 50/09 (12. Dez.), S. 10