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Schakaulack

Malaja Lipowka – Schakaulack

Die Gegend von Schakaulack ist altes Siedlungsgelände. Das wird dokumentiert durch Münzen von Trajan, Antonius Pius und Hadrian, die man in Gräbern auf einem stattlichen Friedhof aus vorgeschichtlicher Zeit zu Tage förderte.

Es gab ab 1931 den Amtsbezirk Malaja Lipowka – Schakaulack, zu dem u. a. die Gemeinden Seljonowe – Pareyken/Goldberg mit Seljonoje – Gründen (1928 eingemeindet) gehörten. Gründen wrde 1261 erstmals urkundlich erwähnt und das Gut gehörte in letzter deutscher Zeit der Familie Boltz. Die Wirtschaftsgebäude des großen Gutes existieren noch in guter Verfassung und werden genutzt, haben sogar neue Dächer bekommen. Auf dem Giebel sind noch die Initialen der Familie Boltz zu erkennen. Die ehemalige Schule ist renoviert worden.[2] Pareyken wurde 1378 gegründet, war von 1874 bis 1931 Amtsdorf, bevor es in den Amtsbezirk Schakaulack umgewandelt wurde und erhielt seinen mehr arischen Namen „Goldberg“ 1938. Im letzten Friedensjahr hatte der Ort 387 Einwohner.[3]

Das Fideikommiss-Gut Schakaulack mit Poparten, Waldhaus Damerau und Needau umfasste 656 ha. Auf dem Vorwerk Poparten, wo einstmals das Gutshaus stand, wuchs der aus der Zeit Friedrichs des Großen berühmte Friedrich Frhr. von der Trenck auf, der wohl in Königsberg geboren ist. Das Gut war alter Trenckscher Besitz.

Das Gutshaus Schakaulack brannte 2-mal ab, wurde aber jeweils wieder im Stil der Zeit aufgebaut. In der großen Halle von Schakaulack stand ein Kamin, dessen Steine angeblich aus dem Magdeburger Kerker stammten, in dem Friedrich v. d. Trenck damals einsaß. Die männliche Linie v. d. Trenck-Schakaulack starb 1934 oder 1937 aus. Der letzte Erbherr hinterließ fünf Töchter und zwecks Erbteilung wurde sein persönlicher Besitz versteigert. Tochter Thekla v. d. Trenck, verheiratet mit Erich Sandau, übernahm 1936 das Gut. Der Sohn Claus Sandau wurde 1937 in Schakaulack geboren.

Eine besondere Geschichte ist mit der “Blutbibel” des Freiherrn Friedrich v. d. Trenck verbunden. Der Kaufmann Bernhard Obersteller aus Labiau erwarb auf der erwähnten Versteigerung des Trenckschen Besitzes 1937 neben zwei ausgestopften Elchköpfen diese Blutbibel, die er zeitweise dem Heimatmuseum im Labiauer Schloss auslieh, denn eigentlich sollte sie der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Gegen Kriegsende verlagerte er einige Familiendokumente und Wertgegenstände, aber auch die Blutbibel, zu seinem Bruder nach Berlin. Die Bibel überstand die Nachkriegszeit in Eisenach und Schleswig Holstein und wurde nach ihrer Odyssee 2005 vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz käuflich erworben, wo sie endgültig der Nachwelt erhalten bleiben dürfte.[1]

Das Gut, zuletzt 600 ha groß mit einem Schwerpunkt auf der Schweinezucht und -mast , existiert nicht mehr. Rings um die Gutsgebäude erstreckt sich heute wie einst das Flachland um die Deime-Mündung.

In Wrestedt, unweit von Uelzen, gehört das Gutshaus der Familie v. Lenthe. General a. D. Werner v. Lenthe schoss 1935 in Schakaulack, wo Frieda v. d. Trenck, geb. v. Lenthe, eine Tochter des Generals, lebte, einen Elch. Der ausgestopfte Kopf des Elchs ziert heute das Treppenhaus des Gutshauses in Wrestedt.[4]



[1] Gerd Obersteller, Der Weg der “Blutbibel” des Freiherrn von der Trenck (1727 – 1794) von 1937 bis ins Preußische Geheime Staatsarchiv Berlin 2005, von tohus, Juni 2014, S. 75 ff
[2] Brigitte Stramm, Juli 2017 im Heimatkreis, von tohus, Winter 2017, S. 46
[3] Wikipedia
[4] Nikolaus v. Lenthe, Ein Elch aus Schakaulack in Niedersachsen, von tohus, Winter 2020, S. 37

Renovierungsarbeiten

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