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Lunino – Lengwethen/Hohensalzburg

Das Dorf Lunino – Lengwethen/Hohensalzburg liegt südlich von Ragnit an der Straße nach Gumbinnen, wo diese die Straße von Szillen nach Pillkallen kreuzt und hat daher einen ziemlich starken Durchgangsverkehr. Der ursprüngliche Name setzt sich aus dem litauischen „lenke“ und „wete“ zusammen und bedeutet etwa „Wiesenstätte“. Die Umbenennung erfolgte 1938. Nur wenige Häuser haben die Nachkriegszeit überlebt.[1]

Als die Salzburger aus ihrer Heimat ausgewiesen wurden und nach Preußen kamen, siedelte König Friedrich Wilhelm I. viele von ihnen gerade in der hiesigen Gegend an. Sie besetzten im Amt Gerskullen, zu dem Lengwethen gehörte, über 33 von 62 wüsten Hufen und errichteten 1732 – 1735 auch die Kirche in Lengwethen, ein schlichter, rechteckiger Feldsteinbau mit großen viereckigen Fenstern zur Strasse hin.

Nachdem die Kirche, die gut über den Krieg gekommen war, wurde ab 1951 als Kulturhaus genutzt und 1980 umfassend renoviert und umgebaut. Das Dach deckte man dabei mit Asbestzementplatten. Den Eingang verlegte man auf die Südseite und die Fenster wurden zugemauert. Leider fiel die Kirche nach der Jahrtausendwende einem Brand zum Opfer. Die Taufschale aus Messing, die die Salzburger seinerzeit aus ihrer Heimat mitgebracht hatten, war aber sicher schon bald nach der Eroberung verloren gegangen.[2]

Am 27. Juni 2014 wurde im Ehrenhain für die Gefallenen eine Gedenktafel mit deutschem und russischem Text eingeweiht, die an die früheren Einwohner des Kirchspiels Lengwethen erinnert.[3] Der Text lautet: “Zur Erinnerung an die Einwohner von Hohensalzburg, bis 1938 Lengwethen. Salzburger lutherische Emigranten bauten hier in den Jahren 1732 – 1735 eine steinerne Kirche. Mehr als 400 Jahre war dieser Ort Heimat für Menschen deutscher Sprache. Jetzt ist Lunino Heimat für Menschen russischer Sprache. Möge dieses Dorf blühen und eine glückliche Zukunft haben.”

Der nördlich von Lengwethen liegende Höhenzug weist mit 70 Metern den höchsten Bergrücken des Kreises auf.[4]

Bei Lunino entsteht das Atomkraftwerk Baltijskaya.[5] Die Erdarbeiten für den ersten Block begannen 2010, für den zweiten Block im Jahr 2012.[6]


[1] J. Rebuschat, 9. 2. 2010
[2] J. Rebuschat, 9. 2. 2010
[3] Pfarrer Martin Lipsch, Aus dem Heimatkreis Tilsit-Ragnit, Oprbl.Nr. 33/2014 (16. August), S. 17
[4] Hans Georg Tautorat, Am Memelstrom, S. 21/22
[5] Martin Kunst, 9. 2. 2010
[6] H.Dz., Baugerinn am AKW’ Baltik, Oprbl. Nr. 6/2010 (13. Februar), S. 13

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