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Polevoe - Mahnsfeld

Mahnsfeld liegt nahe am Frisching, der hier bis Majskoje – Baiersfelde die Grenze zum ehemaligen Kreis Samlands markiert. Das Kirchspiel Mahnsfeld selbst wurde zum 1. April 1819 aus dem Kreis Kreuzburg in den Landkreis Königsberg eingegliedert. In diesem Jahr wurde auch die Kirche anstelle einer ehemaligen Ordenskirche neu gebaut.

Der Theologe Karl Friedrich Zimmer (22. 9. 1855 – 5. 12. 1919) war von 1883 – 1885 Pfarrer in Mahnsfeld. Zimmer war Gründer des "Evangelischen Diakonievereins. e. V." für evangelische Frauen (1894) und mehrerer Erziehungs- und Bildungsinstitutionen für junge evangelische Mädchen. Neben dem Pfarramt in Mahnsfeld hielt Zimmer noch Vorlesungen als Privatdozent für Neues Testament und Systematische Theologie an der Universität Königsberg. Auf Dauer konnte er jedoch seine beiden beruflichen Tätigkeiten nur schwer in Einklang bringen. Deshalb folgte er der Berufung als zweiter Pfarrer an das Königsberger Diakonissen-Mutterhaus "Zur Barmherzigkeit". Hier übernahm der Theologe die Seelsorge an Kranken und Siechen und unterrichtete zudem die Diakonissen. 1884 wurde er zum außerordentlichen Professor für Neues Testament an der Universität Königsberg ernannt, welche Position er sechs Jahre lang ausübte, bevor er im Mai 1890 nach Herborn im Dillkreis übersiedelte, wo er die Leitung des Predigerseminars übernahm und den Evangelischen Diakonieverein gründete. Dieser hat die schweren Zeiten des 20. Jhs. überstanden und ist heute in Berlin-Zehlendorf ansässig. Gegenwärtig (2005) beträgt die Gesamtzahl der Diakonieschwestern 1.833 plus 319 Schwestern und Pfleger im Diakonieverein, die nicht der Schwesternschaft angehören.

Die Kirche von Mahnsfeld existiert nicht mehr. Sie kam unversehrt über den Krieg und diente dann als Lagerhalle, was ihr nicht gut bekam. 1958 wurde sie abgerissen und auf ihren Fundamenten eine neue Lagerhalle gebaut. Dagegen hat sich das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs, das vor der Kirche stand, erhalten. Die Siedlung Mahnsfeld selbst ist ziemlich heruntergekommen.

Mahnsfeld war Handlungsort einer ostpreußischen Sage: Im Dorfe Mahnsfeld gab es vor etlichen Jahren einen Kirchenvater, der von der Kirche viel Gold und Silberwerk und sonst Wertvolles entwendet hatte und zur Strafe nach seinem Tod als Gespenst umherwandeln musste. Auch sein Weib wusste von den Diebstählen. Als sie gestorben war und auf den Friedhof gebracht wurde, tönte sie laut: „Wo soll ich nun bleiben?“. Das entwendete Gut aber ist überall, wo es hingekommen war, in Flammen aufgegangen und hat Haus und Hof mit verzehrt. Das Kirchensilber jedoch ist weder vom Feuer geschmolzen noch sonst vom Feuer beschädigt worden. (aus Die Volkssagen Ostpreußens, Litthauens und Westpreußens. Von Wilhelm Johann Albert Tettau, Jodocus Donatus Hubertus Temme, veröffentlicht von der Nicolaische Buchhandlung 1837)

 
 
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