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Bienenzucht in Ostpreußen und Ostpreußische Imkerschule in Korschen

Schon die Prußen beschäftigten sich ausgiebig mit der Imkerei, schützten die Bienen und verehrten sogar einen Bienengott und eine Bienengöttin. Neben dem Eigenverbrauch wurde auch Honig exportiert. Griechische und römische Händler sollen nur wegen des Erwerbs von Honig bis ins Prußenland gereist sein.

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Schon die Prußen beschäftigten sich ausgiebig mit der Imkerei, schützten die Bienen und verehrten sogar einen Bienengott und eine Bienengöttin. Neben dem Eigenverbrauch wurde auch Honig exportiert. Griechische und römische Händler sollen nur wegen des Erwerbs von Honig bis ins Prußenland gereist sein.

Unter der Ordensherrschaft wurde die Imkerei zu einem Regal der Landesherrschaft gemacht und planmäßig betrieben. In den Wäldern der Großen Wildnis wurden im sicheren Einzugsgebiet der Burgen Beutnerdörfer angelegt, deren Bewohner vornehmlich der Bienenzucht nachgingen. Die Bienenstöcke befanden sich ursprünglich in alten, hohlen Bäumen. Der Orden ließ systematisch Bäume aushöhlen und die Höhle mit einem Brett, in das eine Öffnung als Flugloch eingearbeitet war, verschließen. Um Bienenvölker anzulocken, rieb man die Höhlung mit Honig ein. Die Ernte erfolgte, indem der Beutner einen Holzschmöker entzündete und damit die Bienen ausräucherte. Die Hälfte der Honigwaben verstaute er in einem Tragkorb, die andere Hälfte verblieb den Bienen als Winternahrung. Man schätzte, dass der Orden auf diese Weise jährlich etwa 600 Zentner Honig erntete.[1]

Ein Großteil des Honigs wurde exportiert. Der Umsatz nahm den dritten Platz hinter Getreide und Holz ein. Zu Zeiten Friedrichs des Großen, wo Honig ebenfalls ein Außenhandelsprodukt war, rangierten die Einnahmen aus Honig und Wachs noch vor dem Verkauf von Holz. Der Diebstahl von Honig und Wachs wurde über die Jahrhunderte streng bestraft.

Im Laufe der Zeit ging man dazu über, die Honigstöcke aus den Bäumen herauszuschneiden und im eigenen Garten aufzustellen. Man nannte diese Baumteile "Klotzbeuten". Diese wurden mehr und mehr durch Strohbeuten, insbesondere dem strohgeflochtenen Kanitzkorb, abgelöst. Vor 1900 standen auf den Bauerngrundstöcken meist 12 bis 20 Bienenstöcke. 30.000 Imker betreuten in Ostpreußen etwa 200.000 Bienenvölker. Das war mehr als z. B. ganz Niedersachsen aufzubieten hatte. Als Bienenrassen gab es die alte deutsche "Nigra" sowie die Krainer Stämme.[2] Die Ausbildung der Imker erfolgte in der staatlich anerkannten Imkerschule in Korschen.


[1] Ostpreußenblatt, Juni 1971, Folge 25, abgedruckt in von tohus, Dezember 2015, S. 32 ff
[2] Ostpreußenblatt 27. 8. 1955, S. 12

Bienenkörbe (A. Schaulinski 2015)
Postkarte d. Imkerschule Korschen (von tohus 2015)
 
 
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