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Jerutky -Klein Jerutten

Klein Jerutten wurde etwa 1687 als Schatulldorf gegründet. Vorher bestand hier schon ein Teerofen, "Jeruttki" genannt. Die Erneuerung der Handfeste stammt von 1701. 1709 machte man Jerutten zu einem Kirchdorf. Die dazu gehörende Kirche entstand 1734 als Fachwerkbau. 1846 gab es eine Schule, die 1906 von einem neuen Schulhaus abgelöst wurde.

Die Landwirtschaftsbetriebe im Dorf hatten lange Zeit unter Überschwemmungen zu leiden, die ein Bach verursachte, der in die Rosogga floß. Erst 1938 brachten umfangreiche Meliorationsmaßnahmen des Landkreises Besserung. Wegen der Feuchtigkeit gab es wenig Weiden und damit einen geringen Viehbestand.

1820 erhielt das Kirchengebäude einen Turmanbau. 1858 wurde die Orgel eingeweiht. Der reich verzierte Hauptaltar ist von 1737. Aus dem 18. Jh. stammt die Grabplatte der jungen Frau des ersten Pastors Johann Biegun, die unglaublich früh im Alter von 17 Jahren gestorben war. Neben der Kirche befindet sich der Friedhof mit dem Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner. Das Pfarrhaus wurde im 19. Jh. gebaut.

Im Jahr 1802 fand in der Nähe von Klein Jerutten eine große Militärparade statt, in deren Verlauf General v. Günther von dem ebenfalls angereisten König Friedrich Wilhelm III. den Schwarze Adlerorden verliehen bekam. Der General wünschte, dass dieser Orden nach seinem Tod in der hiesigen Kirche aufbewahrt werde. Als König Friedrich Wilhelm IV. 1854 Klein Jerutten einen Besuch abstattete, erfüllte er diesen Wunsch des Generals und übergab den Orden dem Gemeindekirchenrat zur Aufbewahrung. Anlaß für den Besuch des Königs und seiner Gemahlin Elisabeth in Klein Jerutten war die Erinnerung an den Besuch der Eltern hier. König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise hatten seinerzeit vor dem Altar gekniet und gebetet.

Beim Durchzug der Franzosen auf ihrem Weg nach Moskau 1812 übernachteten die Generale Dubois und Tierny im Pfarrhaus von Klein Jerutten. Als im Gegenzug 1813 die Russen gen Frankreich zogen, übernachtete hier Großfürst Konstantin.[1]



[1] Maria Grygo, „Das ist mein Land“, Masurische Storchenpost, September 2018, S. 3

 
 
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