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Geschichte von Korschen

Das Gut Korschen wurde 1326 erstmals erwähnt und 1448 der Familie Königsegg verliehen. Bereits vorher wurde von einem Ritter des hiesigen Gutes berichtet, der in der Schlacht bei Tannenberg 1410 gefallen sein soll. Jedenfalls interpretierte man das Verleihungsdatum als Gründungsakt der Gemeinde und feierte man 1988 das 540jährige Bestehen.

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Das Gut Korschen wurde 1326 erstmals erwähnt und 1448 der Familie Königsegg verliehen. Bereits vorher wurde von einem Ritter des hiesigen Gutes berichtet, der in der Schlacht bei Tannenberg 1410 gefallen sein soll. Jedenfalls interpretierte man das Verleihungsdatum als Gründungsakt der Gemeinde und feierte man 1988 das 540jährige Bestehen. 1720 geörte das Gut der aus Flandern stammenden Familie de Fresin. Der letzte Besitzer, Georg de Fresin, hatte keine Erben. Daraufhin wurde das Gut aufgeteilt und an die Gemeinde Korschen verkauft. 1904 gehörten zur Gemeinde neben dem Dorf und Gut Korschen die Güter Glittehnen, Kollmen und Gr. Winkelsdorf sowie das Vorwerk Podlechen mit einer Windmühle und einer Schmiede.[1]

Mit der Einweihung des zentralen Umsteige-Bahnhofs entwickelte sich der Ort nach 1870 sprunghaft. Es wurden neue Straßen und Alleen zu den wichtigen Orten der Umgebung wie Sensburg, Barten, Schippenbeil, Rößel etc. gebaut. Für das Bahnpersonal mußten Wohnungen zur Verfügung gestellt und Häuser aus dem Boden gestampft werden. Es siedelten sich neue Kaufleute und Handwerker, Ärzte und Apotheker an, Hotels entstanden. Bald hatte Korschen die zweitgrößte Einwohnerzahl aller Gemeinden des Kreises Rastenburg. Vor dem 1. Weltkrieg hatte Korschen 2.700 Einwohner. Um das Bedürfnis nach Wohnungen zu befriedigen, kaufte 1912 die ostpreußische Landgesellschaft Land zwischen dem Gut Kollmen und der Eisenbahnlinie und errichtete dort eine Eisenbahnersiedlung.

Auf ehemals zum Gut Kollmen gehörenden Land wurde um1900 nahe dem Bahnhof Korschen eine Genossenschaftsmolkerei gebaut. Diese wurde später von Carl Waldow gekauft, der sie stark vergrößerte. In den 1930er Jahren erwarb die Marienburger Molkereigenossenschaft den Betrieb und baute ihn aus zu den Dauermilchwerken Korschen, die Milchpulver und andere Milchnährmittel produzierten.

Vom Ruhm Korschens als Eisenbahn- und Verkehrsknotenpunkt ist nichts geblieben, er lebt allenfalls in alten Reiseberichten fort – besonders aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg.



[1] Der Kreis Rastebburg in der Vergangenheit, Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen, 2018, S. 22 ff

 
 
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