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Tlokowo - Lokau

Der Ort Lokau unweit nördlich von Seeburg gehört zu den frühen Ansiedlungen im Ermland und wurde 1318 erstmals erwähnt. Lange Zeit war er Sitz eines bischöflichen Beamten. Der Name leitet sich ab von dem prußischen Gau Tlokowe, der sich in dieser Gegend befand und einen Teil des Gaues Barten bildete.

Die Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht und entstand um 1370 - 1390. Es gab einen päpstlichen Ablassbrief zur Ausstattung und Unterhaltung der Kirche von 1402. Das Gotteshaus ist eine rechteckige kleine Halle mit sehr schönem Ostgiebel und beachtenswerter Innenausstattung. Typisch für die Bauzeit um 1400 sind die waagerechten Putzstreifen im Giebel und an den Seitenfronten sowie die kreisrunden Windlöcher in den Dreiecksaufsätzen. Der Holzturm aus dem 18. Jh. wurde um 1790 von der Ostseite an seinen jetzigen Standort auf der Westseite versetzt.

Innen wird die Kirche von einer schlichten Holzdecke nach oben abgeschlossen. Es gibt Reste von alten Wandmalereien in verschiedenen Schichten übereinander.

Die Kirche wurde unter Beteiligung der Heimatkreisgemeinschaft Rößel restauriert.

Ausstattung:

Altar: um 1700 aus der - abgerissenen - Albertkapelle in Seeburg.

• Als besonders sehenswert gilt der linke Seitenaltar: von 1621 (oder vielleicht auch um 1570), bei dem Bildwerke eines Altars aus dem 2. Viertel des 15. Jhs. (oder vom Ende des 15. Jhs.) geschickt in einen Renaissancealtar integriert wurden, im Mittelteil Bild der Muttergottes mit Jesus und Johannes, im Hintergrund Ansicht einer ostpreußischen Stadt. Im oberen Teil eine Pietà

• Ebenfalls aus der Renaissance ist die Kanzel:, um 1620, die im unteren Teil mit bärtigen Satyrköpfen, grotesken Delphinrachen, allegorischen Hermen und Engelsköpfen geschmückt ist, was für die Entstehungszeit eine außergewöhnliche Themenwahl darstellt.

• Der rechte Seitenaltar: mit seiner durchbrochenen Dekoration ist ein Werk von 1698.

Beichtstuhl: vom Anfang 19. Jh. mit Ausstattungsteilen um 1500.

• Reste vom bemalten Gestühl: des 17. Jhs.

Weihwasserbecken: aus Granit, 15. Jh.

Außerdem gibt es die hübsche kleine Kirche St. Rochus:, ca. 1,5 km südlich von Lokau gelegen, gebaut nach 1652, ausgebaut 1732 - 1750, nach Westen erweitert 1877. 1790 wurde sie von Bischof Ignaz Krasicki als Wallfahrtskirche konsekriert. Die Entstehung einer Kapelle an diesem Standort geht auf eine Sage zurück. Am Fest des hl. Johannes des Täufers am 24. Juni 1652 fanden Dorfjungen unter einer Tanne die zerbrochenen Teile einer Monstranz und ein silbenernes Gefäß für die Krankenkommunion. Über dieses mirakulöse Ereignis wurde ein Protokoll angefertigt und die Dorfbewohner errichteten an der Stelle des Fundes ein Kreuz. Dieses wurde Ziel von Pilgern aus nahen und fernen Dörfern. Im Angesicht der Schrecken der großen Pest legten dann drei Honoratioren – die Ratsherren Jakob Walcker und Johann Kunigk aus Seeburg sowie der Kaufmann Johann Maßkeit aus Königsberg – das Gelübde ab, an Stelle des Sakraments eine Kapelle errichten zu lassen. Diese Kapelle war jedoch angesichts vieler Wallfahrer bald zu klein und wurde deshalb ausgebaut.

Sandsteinkruzifix: nördlich der Kapelle von 1777

Ausstattung: aus dem 17. und 18. Jh.

Altäre möglicherweise aus der Werkstatt von Christian Bernhard Schmidt aus Rößel;

Gemälde des hl. Rochus von Johannes Langhanki d. J. (?);

Kreuzigungsgruppe und Opferkästen um 1700 (?)

 
 
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